Das Rosenheimer “Z” hat kommenden Sonntag am 22.4.wieder einen interessanten Vortrag, für den ich gerne Werbung mache.
Der Autor Peter Bierl spricht über Silvio Gesell, den Erfinder des Regionalgeldes.
Die Ideen von Silvio Gesell sind ja besonders im Chiemgau sehr aktuell.
Mit der Regionalwährung “Chiemgauer” hat die Region als einer der ersten die Theorien des Silvio Gesell ausgegraben.
Über den Sinn und Unsinn von Regionalgeld, das zyklisch an Wert verliert kann man sich streiten.
Meiner Meinung nach kann es regional kurzfristig umsatz-steigernd wirken,
es verhindert aber gleichzeitig wichtige Investitionen, die eben durch dieses kurzfristige Ausgeben verhindert werden!
In der heutigen Zeit sind aber gerade diese langfristigen hohen Investitionen die zukunftsstiftenden:
Beispielsweise im Bereich Solare Energiegewinnung, aufwendige energetische Haussanierungen, verbrauchsarme Fahrzeuge etc. .
Viel schlimmer sind aber die anderen Vorstellungen des Silvio Gesell,
die ideologisch von vielen dieser “Gesellen” mitgetragen werden!
Gesell war nämlich Sozialdarwinist und Vorläufer der braunen Esoterik.
Eine Spielart die besonders in unseren Kreisen zunehmend populär wird. “Z” schreibt dazu:
“Gesell behauptete, alle Übel dieser Welt, insbesondere ökonomische und soziale, seien darauf zurückzuführen, dass Geldbesitzer Zinsen „hecken“. Gesells Vorschlag lautete, darum rostendes Geld, Freigeld oder Schwundgeld auszugeben, Geld also, das in regelmäßigen Abständen an Wert verlöre, so dass es sich nicht lohnt, es zu horten. Diese Lehre ist unsinnig, weil Geld weder wertbeständig ist noch in nennenswertem Umfang zuhause unter der Matratze versteckt wird. Gefährlich ist Gesells Sozialdarwinismus. Er wollte – so ist in seinem Hauptwerk mit dem Titel „Die natürliche Wirtschaftsordnung“ nachzulesen – einen ungehemmten „Manchesterkapitalismus“, in dem Frauen als Gebärmaschinen und reiche Männer als Samenspender fungieren sollten. Frauen sollten sich in einer Art seriellen Monogamie mit wirtschaftlich erfolgreichen Männern paaren, deren ökonomischen Erfolg er als Ausweis hervorragenden biologischen Erbguts deutete – und mit diesen möglichst viele Kinder zeugen. Die von ihm als minderwertig angesehenen Menschen würden verschmäht, ihr Erbgut im Lauf der Zeit ausgemerzt und dadurch eine „Hochzucht der Menschheit“ erreicht werden.”
Der Autor Peter Bierl ist außerdem durch seine Kritik an Waldorfschulen bekannt.
Mit Sicherheit ein sehr lohnenswerter Vortrag!
Weitere Informationen:
Kritisches zum hl. Chiemgauer? Das könnte Ärger mit den Gutmenschen geben ;-)
Geschrieben von Sarkastiker | April 18, 2012, 5:30 nachmittagsHallo Jemseneier,
bin auch aus der Gegend, leider hab ich den Vortrag von Peter Bierl verpasst. Ich kenne Peter Bierl persönlich und kann alle Vorträge von ihm nur empfehlen. Empfehlenswert zu dem Thema auch das Buch von Jutta Ditfurth – Entspannt in die Barbarei. Auf MI ist ein kleiner Textausschnitt aus dem Buch nachzulesen.
Groteskerweise gibt es noch immer Anhänger der sozialdarwinistischen Lehre von Gesell. Als Blogger in der antisemitischen „Freitagscommunity“ traf ich auf einige Gesellianer, die von der Moderation der angeblich linksliberalen Zeitung geschützt werden.
In einer Diskussion mit den Machern des „Chiemgauers“ vor einem Jahr distanzierten sich sogar die Anhänger des Schwundgeldes vom Sozialdarwinismus Gesells, für diese Leute ist vor allem die Zinskritik Gesells ausschlaggebend.
Weiter Infos unter:
Was-heute-reaktionar-erscheint-war-damals-emanzipatorisch
Silvio-Gesell-ist-kompatibel-mit-NS-Lebensborn-und-Mutterkreuz
Beste Grüße
fidelche
Geschrieben von fidelche | Mai 17, 2012, 6:43 nachmittagsschön, vielleicht trifft man sich ja mal;-)
Geschrieben von jemseneier | Mai 17, 2012, 6:56 nachmittagsJa, vielleicht mal in der „Festung“ auf ein Bier.
Die Diskussionen laufen in „Mission Impossible“.
Du bist herzlich eingeladen.
Geschrieben von fidelche | Mai 17, 2012, 8:33 nachmittags