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Bilder aus dem Chiemgau, Einfach nur Regional

Einleitung – der Chiemgau


Der Chiemgau ist eines der schönsten Ecken Deutschlands!

Berge, Moore und die Seen. – Viel Natur, aber auch ein Stück Urbanität und Weltoffenheit
Fichten- und Latschenkiefer-Alpinismus, „Schwedische“ Birkenwäldchen und Heidelbeerheiden auf der einen Seite, „Riviera“ und Strandleben auf der anderen, und das alles auf wenigen Quadratkilometern!

Reaggae, Laptop, Lederhose – eine kunterbunte Mischung, lebensfroh, modern und sympatisch.

Nebenbei ein Landstrich seit Jahrtausenden geprägt durch Kelten, Römern, Bajuwaren.
Viele Völker und Handelsreisende sind hier durchzogen, zwischen Salzburg und Tirol weiter in Norden und Richtung Bodensee, uralte Handelswege und Römerstraßen benützend.
Und immer ist davon jemand hier geblieben, am schönen See oder in den übersichtlichen Bergregion. Sowohl Ausgrabungen aus der Keltenzeit (Schöffling), von den Römern (Seebruck) und Bajuwaren (Waging) belegen dies.
Die letzte große Zuwanderung ist noch nicht mal lange her! Es war nach dem 2. Weltkrieg, als viele Flüchtlinge hier eine neue Heimat gefunden haben.
Einige Dörfer hatten plötzlich fast doppelt soviel Einwohner als vorher.

Der Chiemsee ist eine Schönheit! – Haltepunkt und Nadelöhr im Verkehr zwischen Österreich, Schweiz und Deutschland, somit weniger Provinz als es zuerst den Anschein hat.
Auch die jeweiligen Herrschenden nutzten dies, beispielsweise die  Kirche zur Christianisierung bis weit in den tiroler Raum.
Leider waren aber auch die  Nationalsozialisten vom Chiemgau begeistert:
Sie benutzen die Landschaft zur Selbstdarstellung, setzen die erste Autobahn Deutschlands von München nach Salzburg eindrucksvoll in Szene. Wer die A8 kurz vor Bernau den Hügel hinunter fährt, mit Blick auf das Bayerische Meer, weiß was ich meine!

Die Autobahn entlang, wenige Km später trifft man auf das Rasthaus Felden, einem Nazibau im alpenländischen Stil: Überproportioniert und an bäuerliche Bautradition anknüpfend. Im Inneren hängen raumfüllende Bilder von idealisierten Landwirten. Die Einpflanzung der NS-Ideologie in das bäuerliche Selbstbewusstsein.
…zum Glück sind wir von der geplanten Kaderschmiede der Nazis in Schützing bei Chieming verschont geblieben. Hitler hätte dort gerne seine Eliteuniversität bauen wollen, auf halben Wege zwischen München und dem Obersalzberg, seiner Kommandozentrale im Berchtesgadener Land.

Im Anschluss darauf fährt die Autobahn ganz nah am Chiemsee-Ufer entlang, mit Blick auf den See und auf das Denkmal König Ludwigs, des Märchenkönigs.
Ludwig II. findet immer noch hohe Verehrung, auch wenn er damals die Staatsfinanzen ganz schön in die Miesen gebracht hat.
Heute nimmt ihm das keiner mehr übel! Schließlich haben die Bayern ihm viele schöne Orte zu verdanken, auch das Schloss Herrenchiemsee. (Im Nachhinein war´s sogar ein gutes Geschäft, Tourismus etc…)
Ludwig II., der immer noch verehrt wird, obwohl er seine alten Bayern doch so gerne gegen ein warmes Südsee-Paradies getauscht hätte! Der des öfteren Boten in die Welt schickte, um diese Palmeninsel zu finden!
Ludwig war ein Romantiker, der im Grunde so gar nicht klar kam mit seiner Situation in der Welt.
Nun ja, Eine Insel hat er gefunden, im Chiemsee! – und hätte es damals schon dieses Raggae und Südsee-Feeling gegeben, wer weiss…

man fährt weiter die Autobahn in Richtung Salzburg, wo man im Rupertigau zig Kilometer lang direkt auf den Untersberg zufährt, exakt in die Kerbe die den Hals Karls des Großen markiert!
Angeblich ist der Untersberg ja der schlafende Kaiser Karl, der dort versteinert  kurz vor Salzburg seine Ruhe gefunden hat.
Dort -so sagt man- warte er auf seine Wiedererweckung… Das heilige römische Reich der Mythen.
Da sind wir aber eigentlich schon im Rupertigau.

Der Chiemgau ist also auch eine sagenumwobene Gegend! Viele mögliche Gründe gibt es dafür:
Die Gefährlichkeit und Unwirklichkeit der Moore im Süden, die erst nach und nach trockengelegt wurden,
der Nebel, der oft in Frühjahr und Herbst hängen bleibt,
die Mächtigkeit der Bergwelt und der Natur, haben seit Jahrhunderten Leute dazu motiviert, sich Geschichten auszudenken.
Vielleicht war´s aber auch ein bisschen der Wind, der beständig zwischen See und Berg bläst und es immer irgendwo ein wenig rascheln läßt? Der Wind, der heute Scharen an Seglern und Windsurfern an den See lockt, dem mystischen Rascheln eine neue daseinszugewandte Bedeutung gegeben hat…

Der Chiemgau. Voller Widersprüche! Ländlich und doch urban, weltoffen aber doch eigenbrödlerisch, gelegentlich aber auch -aus der Geschichte heraus- ein wenig aber- und geistergläubig.

Es ist nicht alles Gold was glänzt im Chiemgau, (vielleicht nicht mal der Goldschatz der Nazis, der angeblich irgendwo im Chiemsee liegen soll) aber ich würde nicht mehr tauschen wollen.

Der Chiemgau ist meine Region, über die ich gerne als Blogger ein wenig schreiben werde, neben mehr oder weniger privaten Kram. Eben weil ich meinen Chiemgau sehr gerne habe ;-)

  

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Über jemseneier

Chiemgauer

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