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Brauner Bio-Kult aus Traunstein – und warum´s mich nicht wundert


Der Report München (Bayerischer Rundfunk) brachte am 8. August folgenden Beitrag, was mich jetzt zu einem ziemlich langen und tiefen Blogeintrag veranlasst:

Kurz zusammengefasst:

Braune Biobauern mit NPD-Parteibuch „unterwandern“ die Biobranche.
In dem Beitrag wird die Zeitung „Umwelt und Aktiv“ zitiertaus einem Verlag, der seinen Sitz in Traunstein hat.
Ein Verlag, der rechtes Gedankengut mit „Bio“ kombiniert. Eine Seite für „Heimatschutz“, „Tierschutz“ und „Umweltschutz“. Unter den Autoren sind lt. Report München mehrere NPD-Mitglieder.

Andreas Spe!t, Experte für Rechtsextremismus klärt auf in diesem Beitrag : „In der rechtsextremen Szene hat die Zeitung aus Traunstein eine sehr große Bedeutung. Tatsächlich scheint es so, das das Thema Ökologie  wirklich auch mehr in der rechten Szene wahrgenommen wird. Umweltschutz ist Heimatschutz ist Volksschutz, also eine durch und durch Blut und Boden Ideologie, die dann in der ökologischen Thematik ganz zum Tragen kommt“

Ganz so neu ist das allerdings nicht. Vielleicht hat man über Jahre einfach nicht so genau hingesehen, die Geschichte und ideologische Parallelen ignoriert.
Dies dürfte sich nach Breivik, dem norwegischen Biobauern, Rechtsextremen und christlichen Fundamentalisten,
der in seinem Wahn 77 Menschen tötete (hauptsächlich Jugendliche auf einem sozialdemokratischen Zeltlager), ändern.

Lebensmittel sollten in erster Linie weltanschaulich unbedenklich sein!

Es ist nicht so, wie es die Anmoderation des Report-München in den Raum stellt:
Wer Bio kauft, bekommt nicht automatisch eine gesunde Weltanschauung geliefert!

Im Gegenteil, die Weltanschauung ist durchaus fragwürdig!
Hier tümmelt sich alles von Guru-Sekten über Rassisten, Scientologen (hauptsächlich bei den Nahrungsergänzungsmitteln), von Weltuntergangsphantasten bis zu Alt- und Neunazis.

Die Biobranche wird traditionell (!) von weltanschaulich eher fragwürdigen Organisationen mitgetragen! Ideologien, die zumindest die gleichen Wurzeln wie der Nationalsozialismus haben.
Von Leuten, denen es eher um Esoterik geht als um Ökologie.
In vielen Fällen sind die gar nicht mal fähig die beiden Begriffe auseinander zu halten.
Die Ökologie ist nämlich eine ernsthafte Wissenschaft,
die oft gar nicht viel gemeinsam hat mit der aktuellen Braun- und/oder Bioladen-Esoterik.

Dazu aber später. Zuerst etwas anderes:

Die Unterschiede zwischen den Argumenten von Grün und Braun

Ich hab mir die Seite „Umwelt und Aktiv“ angesehen.

Wer das kurz überfliegt, wird kaum einen Unterschied zwischen anderen Bio-Seiten erkennen.

Warum hört sich das also so „gleich“ an?

Meiner Meinung nach liegt es daran, dass sich sowohl grüne (violette…) als auch braune Bioseiten der gleichen Argumentationsweise bemächtigen:
Um Leser nicht zu überfordern und schneller einzunehmen, wird selten rationell argumentiert, sondern man verwendet irrationale „Denk-Abkürzungen“.
Man hat aufgehört, ECHTE Argumente auszutauschen und logisch zu argumentieren,
statt dessen verwendet man Verschwörungstheorien,
beruft sich auf die Spiritualität, argumentiert schwammig mit Fehlschlüssen
Leider ist das aber nichts was Bestand hat! Die Verschwörungstheorien, den Blick auf die Spiritualität (die „Vorsehung“, die „Schöpfung“,  „Rasse“ und „Reinheit“) haben die Rechten genauso drauf wie die übrigen Bio-Esoteriker…

Als Beispiel die Gentechnik:

Suchen Sie doch mal eine grüne (oder braune) Anti-Gentechnik-Seite, die logische, rationelle Erklärungen voran stellt!? ….sie werden sie nicht (/kaum) finden.

Gerade dort auf diesen Anti-Gentech-Seiten ist die Abkürzung über die Verschwörungstheorie permanent!
Hauptargument: Die geheimen Fänge der Großkonzerne, oder wie´s gerade im Kino so heißt: „Die gekaufte Wahrheit“.
Falls Sie nun denken, dieser Kinobesuch wäre kostenlos muss ich sie enttäuschen. Auch diese „Wahrheit“ müssen sie an der Kinokasse kaufen.
Das Truther- und „Cui Bono„-Argument passt also für alle, für die Befürworter genauso wie die Gegner. Die haben es sich in der Gentech-Paranoia-Nische auch ganz lukrativ eingerichtet…

Auch über die Spiritualität wird gegen Gentechnik argumentiert!
*Schöpfung bewahren*, oder die *Reinheit der Rasse*… Es läuft auf das gleiche hinaus.
„Rassen“ waren niemals „rein“, und eine Schöpfung in dem Sinne hat es nicht gegeben, sondern die Evolution. Im Grunde ähnliche Vorgänge wie´s die Gentechnik macht, oder die Tier und Pflanzenzucht seit Menschengedenken…

Die Qualität der Argumentation  grüner und brauner Seiten sind gleich!
Eine Seite wie www.zivilcourage.ro z.B. unterscheidet sich meiner Meinung nach darin nicht von den rechten Homepages, wie hier z.B.: http://www.umweltundaktiv.de/umweltschutz/realpolitischer-heimatschutz-statt-pseudogruner-oko-folklore/

(Nebenbei werden über Verlinkungen zu „zivilcourage.ro“ (ich halte den Namen schon für einen Fehletikettierung) ziemlich komische Esoterik-Produkte vertrieben: http://www.em-chiemgau.de/php/produkte_detail.php?id=644. Klar, das man auf dieser Ebene nicht mehr rationell sondern nur noch „spirituell“ argumentieren kann…)

Im Grunde sollte das in den ökologisch interessierten Kreisen zu denken geben!
Leute, man macht keine Politik über Panik, Verschwörungstheorien und Spiritualität!
Liebe Grüne, liebe ECHTE Ökologen, lasst das sein!
…sonst gibt´s bald keinen Unterschied mehr zu euch und den Rechtsradikalen!

Das NS-Kapitel des Bio-Kultes

Diese Sachlichkeit in der Argumentationsweise ist schon alleine deshalb notwendig,
weil dieser Biokult durchaus eine NS-Vergangenheit hat.
Es wäre schade, wenn eine ökologische Bewegung in dieses Stadion zurückfällt!

Seinen Ursprung hat „Bio“ in der Lebensreformbewegung aus dem 19.Jhd.
Menschen suchten damals ein Gegenkonzept zur Urbanisierung und Industrialisierung,
zum Teil aber auch Gegenkonzepte zur Demokratie.
Eine Rolle spielte auch die Nostalgie, der aufkeimende Okkultismus und der Blick in den Osten: Buddhismus, Hinduismus und anderes.

Die Industrialisierung hat die Gesellschaft damals sehr verändert. Reiche Industrielle,
Beamte und Bürger standen einer wachsenden Zahl von ausgebeuteten Fabrikarbeitern gegenüber.
Die Fragestellung lautete: wie kann es sein, das Wohlstand so unterschiedlich verteilt ist?
Die Antwort darauf fand die Lebensreformbewegung (ähnlich wie heute) nicht mehr ausreichend in der christlichen Tradition,
sondern erst durch die Kombination mit Buddhismus und Karma-Ideen!
Der soziale Unterschied  wäre Ausdruck von jeweils guten und schlechten Karma:
Gute oder böse Taten, die ein Mensch in vorherigen Leben angehäuft hätte …
Die Schuld für den sozialen Status läge also nach Ansicht der „Lebensreformer“ in der Person selbst, unnachweisbar in angeblich früheren Leben…
Im Endeffekt war dies die antidemokratische Aufwärmung des Gottesgnadentum mit aufkeimender Neuzeit-Esoterik. Eine vom Grundsatz her ultrakonservative Geschichte.

Das schlimmste daran ist allerdings die Vertauschung von Täter und Opfer-Rolle:
Das Opfer ist demnach selbst schuld an dem was ihm zustößt! Schlechtes Karma…
Meiner Meinung nach ziemlich zynisch, aber für faschistoide Systeme sehr effektiv.

Die Karma-Denke hatte noch zwei weitere Auswirkungen:
Zum einen die Theorien über die belebte Natur: Der Mensch wiedergeboren als Tier oder Blume führt zu einem anderem Verhalten gegenüber der Umwelt (positiver Aspekt).
Zum anderen führte die Beliebigkeit dieser Theorien dazu, alles hineinzupacken was die damalige Gesellschaft an Vorurteilen parat hatte:
Gegenüber Schwarzen, Indianern, Juden, Homosexuellen, Behinderten und anderen. Die werden einfach auf niedrigere Stufen gestellt, z.B. als Untermenschen benannt oder als Minderwertig betrachtet.
Viel davon ist nicht nur in der nationalsozialistischen Ariosophie aufgegangen sondern hat sich bis heute in der Anthroposophie erhalten.
Die Lebensreformbewegung ging fast vollständig im Nationalsozialismus auf.

Einige Bio-Eso-Protagonisten haben die Zeit des Nationalsozialismus fast unbehelligt überlebt,
waren anschließend weiter tätig.
Manche hatten Biohöfe, waren teilweise Mitglieder bei den Grünen oder anderen Bio-orientierten Parteien.
Andere wurden von der alternativen Gemeinde verehrt als „Vollwert-Päpste“,
obwohl sie ein oder zwei Jahrzehnte vorher noch dabei halfen,
das ideologische „sozial/rassen-hygienische“ Gedankengebäude zu festigen, mit denen Eutanasieprogramme und Zwangssterilisationen durchgeführt wurden.

Einige Beispiele von Alt Nazis mit Parteibuch, SA- oder SS-Mitgliedschaft:

Baldur Springmann http://de.wikipedia.org/wiki/Baldur_Springmann
Biolandwirt, SS- und SA-Mitglied, Mitglied bei den Grünen,
später neben Herbert Gruhl Gründungsmitglied der ÖDP.

Werner Kollath  http://de.wikipedia.org/wiki/Kollath
„Vollwertpabst“ und Rassenhygieniker, SS-Mitglied, Rohkost.

Max Otto Bruker  http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Otto_Bruker
bediente sich an jüdischen Eigentum, SA-Mitglied,
Tätig als Buchautor und Arzt für Alternativmedizin bis etwa in die 90er Jahre. Vollwertkost.

Übrigens wurde zur Zeit des Nationalsozialismus erstmals sowohl das Umweltschutzgesetz,
das Tierschutzgesetz, und das Heilpraktikergesetz verankert.
Außerdem die Nürnberger Rassegesetze, darin enthalten das
„Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ und das „Reichsbürgergesetz“.

Die NS-Bio-Welle wurde auch von der obersten Führungsriege mitgetragen,
beispielsweise von den Rudolf Hess und Heinrich Himmler (Link zu Himmlers Kräutergarten).

Der Unterschied zwischen Bio und Öko

Wenn man der „Biobranche“ glaubt, ist ja alles das gleiche: Bio = Öko. Ich bin da anderer Meinung!
Ein Beispiel:
Frau Hubermaier fährt mit dem SUV (überdimensionioerter spritfressender Geländewagen für Städter)
zum 200 Meter entfernten Bioladen, um sich eine einzelne Flasche französisches Mineralwasser
in der Plastikflasche mit nach Hause zu nehmen.
So! -das ist Bio! Per Biobranchen-Definition. Ökologisch ist aber was anderes.
In der Ökologie geht´s um Reduktion von Naturverbrauch, Energiekosten.
Dabei kann es ökologisch auch sinnvoll sein, zum Beispiel Gentechnik zu verwenden.
Eine knallharte Wissenschaft.

Die Bioläden, die Bioindustrie… naja, mit Ökologie hat davon viel nichts mehr zu tun.
Die Sache ist längst zur „Heilssuche“ verkommen, irgendwas zwischen Mondphasen, Kristallen und Astrologie…
wobei „Heil“ jede nur erdenkliche Bedeutung haben kann. Der persönliche Ablasshandel, Konsum von Postkartenweisheiten mit Ökoaufkleber.

Schlussfolgerung: Mehr Sachlichkeit!

Es reicht nicht, Allgemeinplätze zu bedienen. Die „Reform“-Bewegung ist gespalten!
Unter Ökologen (wissenschaftlich) und violett-braun-grünen Esoterikern.

Wenn Sie heute auf eine Demo gegen Kernkraft gehen,
kann es passieren das Sie von einem rechts (nicht nur geografisch) neben Ihnen stehenden Grünen zugeschwafelt werden:
über die Vorsehung, Wandlung, Mayakalender und 2012-Esoterik.

Die Esoterik, die Beliebigkeit der Argumente ist sowohl bei den Braunen und den „Grünen“ fest verwurzelt.
Der Unterschied zwischen der Esoterik der Vorsehung aus der Sicht des Nationalsozialismus
mit dem der Esoterik aus dem Bereich der anderen Bio-Bewegung ist nicht groß und absolut austauschbar.

Darin liegt auch das Problem in Zukunft! Der einzige Weg aus diesem Schlamassel ist der
Bezug zu einer ethisch unterbauten Wissenschaftlichkeit!
Keine Spiritualität und keine irrationale Esoterik!

Es ist wichtig diese Sachen auseinander zu halten! Die Ökologie ist zu ernst um sie mit diesem Unfug zu verwässern.

Am Schluss noch ein paar Anmerkungen:

– Ich halte den normalen Bio-Konsumenten nicht für einen Nazi, Rassisten oder dgl.. Ich halte ihn in dieser Hinsicht aber durchaus als desinteressiert und desinformiert.

– Das Wort „Grün“ ziehlt nicht ausschließlich auf „die Grünen“ als Partei, sondern auf eine Grüne Bewegung. Trotzdem möchte ich diese Partei auffordern, nicht die Augen zu verschließen vor ihren antidemokratischen, antiaufklärerischen und zynischen Teilen! Ich möchte die Grünen in dem Zusammenhang auch auffordern, mehr auf auf ihre demokratischen Wurzeln zu achten als auf ihre esoterischen.

LG, Jemseneier

Weiterführende Links:

http://dokmz.wordpress.com/2011/08/11/die-braunen-bio-bauern/

http://www.br-online.de/bayern2/land-und-leute/himmlers-kraeutergarten-biologisch-dynamische-versuche-im-kz-dachau-ID1273586885754.xml

http://www.berliner-kurier.de/news/politik—wirtschaft/die-braunen-bio-bauern/-/7169228/8879728/-/

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2008/08/29/grun-oder-braun-zum-nationalistischen-okomagazin-„umwelt-und-aktiv“_387

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Über jemseneier

Chiemgauer

Diskussionen

7 Gedanken zu “Brauner Bio-Kult aus Traunstein – und warum´s mich nicht wundert

  1. Ökologie ist keinesfalls die Lehre vom Umweltschutz oä.
    Öko-logisch bedeutet „sinnvoll im Lebensumfeld“.
    Das ist wesentlich umfassender als nur die Idee vom „guten“…

    Verfasst von yerainbow | September 2, 2011, 8:42 am
  2. Lieber Jemseneier,

    welche „Felder beackert“ wurden, kann man getrost als Einstieg bei http://de.wikipedia.org/wiki/Naturschutz_im_Nationalsozialismus nachlesen. In dem Zusammenhang http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Finckh und http://de.wikipedia.org/wiki/Hohenstoffeln .
    Denkmalschutz ist in der Hinsicht auch ein sehr fruchtbarer Acker.

    Was ich damit intendiere: Wenn diese Bereiche ideologisch überlagert oder sogar nutzbar gemacht werden, entfallen eben die sächlichen Abwägungen, die erforderlich sind. Naturschutz etwa wäre an sich (wenn man denn aufrichtig ist!) Menschenschutz, was wiederum dazu führte, gewisse ästhetische Aspekte in Diskussion zugunsten von echter Zukunftsfähigkeit zurück zu stellen.

    Das Problem, das Du mit Deinem Artikel ansprichst, beobachte ich hier schon seit geraumer Zeit. Spätestens seit der Kometengeschichte im Chiemgau ist in der Szene die Hölle los.

    Gute Grüße, e2m

    Verfasst von ed2murrow | September 14, 2011, 2:23 pm
  3. Hallo e2m,

    danke für die Links,
    besonders der erste „Naturschutz im Nationalsozialismus“ ist sehr aufschlußreich.

    Um so ein Kometenmärchen überhaupt flächendeckend als wahr zu nehmen,
    muß da gesellschaftlich im Vorfeld schon ziemlich viel schief gelaufen sein:
    Es fehlt im Chiemgau eine Tradition im kritischen Denken.

    ….dafür verläßt man sich auf Verschwörungstheorien.
    Wenn man hier ein unsinniges Produkt verkaufen will, bringt man es am besten auf den Markt, wenn man gleichzeitig vor Umweltgefahren warnt:
    Auf die Art verkauft man ein rechte Partei genausogut wie „Wasserenergetisierer“,
    oder den esoterischen „Effektive Mikroorganismen“-Schmäh von der Aktion „Zivilcourage“

    LG, Jemseneier

    Verfasst von jemseneier | September 15, 2011, 9:44 am
  4. Vielen Dank für die Aufklärung. Das lief bei mir unter dem Motto: „…und da gingen ihnen die Augen auf.
    Viele Grüße…..Sospetto

    Verfasst von Sospetto | November 9, 2011, 2:24 pm
  5. Also alle Gentechnik-Kritik als „unrational esoterisch“ abzutun halte ich – bei allem Respekt – schon genauso für sehr bedenklich. In einer Reihe mit Kristallen – so ist es nicht! Falls hier Infobedarf besteht: Das Umweltinstitut in München ist eine sehr vertrauenswürdige Adresse, zum Beispiel http://umweltinstitut.org/gentechnik/allgemeines-gentechnik/basisinfos_01-755.html schließt mit dem Satz „Gentechnische Eingriffe an Pflanzen sind daher ein Lotteriespiel mit unvorhersehbarem Ausgang.“ Hier Vorsicht als Gebot walten zu lassen, ist rational!!

    Verfasst von Marie Meinhold | November 16, 2011, 1:26 pm
    • Hallo Frau M.,
      da verstehen Sie mich falsch! Es gibt sowohl rationale Kritik als auch irrationale Kritik gegenüber Gentechnik!
      Rational ist es, sich über Biodiversität und Ökosystem Gedanken zu machen. Da bin ich dafür!
      Irrational ist es hingegen, sich dabei als Beispiel mal auf die „Schöpfung“ zu berufen. Viele dieser Antigentech-Vereine machen das so.
      Irrational ist es auch, einseitig bei der Gentechnik die Risiken zu suchen, ohne die Chancen zu bewerten.
      Besonders irrational wird´s, wenn solche Antigentech-Vereine in Personalunion mit Firmen geführt werden, die Esoterik verkaufen.
      Beispiele gibt´s zu hauf: Beim von mir verlinkten „Zivilcourage.ro“ ist es zum Beispiel die Firma EM-Chiemgau, die z.B. auch Geräte in Richtung Wasserenergetisierung verkauft.
      Auch dieses EM-Zeug ist nicht nur in seiner Wirkung fragwürdig (und eher esoterisch), sondern nebenbei noch eine Gefahr für die Biodiversität:
      da der Eintrag fremder Mikroorganismen (aus Japan) bei uns im Erdreich auch ein „Lotteriespiel mit unvorhersehbaren Ausgang“ ist.
      Übrigens haben wir jede Menge solcher Lotteriespiele: Imker zum Beispiel, die heimlich Springkraut pflanzen:
      (https://chiemgaugemseneier.wordpress.com/2011/10/25/sepp-daxenberger-preis-wie-geht%c2%b4s-weiter/),
      oder Energiepflanzen für Biogasanlagen, die sehr großes Potential mitbringen um zu gefährlichen Neophyten zu werden (schnelles Wachstum, keine Fressfeinde…)
      Wie wär´s mit dem Einführen neuer Arten, Viren etc. mit Flugreisen in ferne Länder…
      Gegen diese Sachen sind viele Genmodifikation von Agrarpflanzen weit weniger gefährlich.
      Keines dieser Lotteriespiele wird aber derart gut kontrolliert und überwacht wie die Gentechnik!

      Dieses Umweltinstitut in München ist im übrigen nur zum Teil seriös, mehr als einseitig!
      Der Bereich über Elektrosmog ist längst nicht aktuell!

      Vorsicht ist geboten, da gebe ich Ihnen recht! Allerdings ist die Vorsicht selbst oft ein irrationales Gefühl, eben aus der Angst heraus!
      Zum Beispiel haben wir Angst vor Spinnen, aber nicht vor Steckdosen (obwohl der Stromschlag viel gefährlicher ist)!
      Wir haben Angst vor Dioxin in Eiern, aber viel weniger Angst vor dem Strassenverkehr.
      Gerade mit der “ Vorsicht“ gehen wir total irrational um.

      LG, Jemseneier

      Verfasst von jemseneier | November 16, 2011, 6:59 pm
  6. Ich gebe gern zu, daß dies alles stimmt.
    Möchte nur noch hinzufügen, daß manche Ängste erlernt sind.
    Ich fürchte mich nicht vor Spinnen (zumindest nicht den hier ansässigen und mir bekannten Sorten), hingegen wurde ich schon als Kleinkind richtig instruiert, was Steckdosen betrifft.

    Logisches Denken kann man vermutlich erlernen.
    Freundliche Grüße
    YeR.

    Verfasst von yerainbow | November 18, 2011, 8:45 am

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