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braucht koa Mensch!, Regionalgeschichte, Wissenschaftstheorie und kritisches Denken

das oberbayerische Volksblatt, Geistheiler und Engelwesen…


Wir haben im Chiemgau ein Esoterik-Problem. In mehreren Artikeln habe ich bereits darüber geschrieben.

Der Rundfunk warnt, ebenso die überregionale Presse.
Die Kirchen warnen genauso wie Atheisten.
Jede Menge Leute die zu schaden kommen!
– durch Psychotricks über Lichtwesen, Kristallenergien und eine zur Religion vertauschte Gesundheits- und Wellness-Branche.

Wenn man sich die Berichte ansieht gibt es kaum eine Region in Deutschland,
die so massiv in diesem Esoterik-Dilemma steckt wie der Chiemgau!
Das Problem ist auch eine fehlende Aufklärung in der regionalen Presse!
Besonders schlimm ist es, wenn statt dessen so was passiert,
wie am Weihnachtswochende das Oberbayerische Volksblatt ( OVB ),
mit einem Artikel über Engel und Geistheiler!

OVB vom 24.12.2011

.

Engelsglaube – Vergleich Kirche und Esoterik

Der esoterische Engelsglaube wird mit dem der katholischen Kirche verglichen,
die Sache sticht aber nur zum Teil!:
Pfarrer behaupten nämlich NICHT, eine feste Telefon-Verbindung zur Gottheit zu haben!
Außerdem sind die Regeln der Kirche niedergeschrieben, dadurch diskutier- und auslegbar.
Angebliche Engelsbotschaften von Geistheilern spiegeln hingegen nur die persönlichen Ansichten und Absichten des scheinheiligen Mediums wider!
– mit all seinen Manipulationsmöglichkeiten.

Wer behauptet, seine Informationen von Engeln, Gott oder Ausserirdischen zu empfangen,
braucht sich mit Beweisen nicht aufhalten! Der braucht sich auch nicht mit Ethik oder Moral aufhalten!
Darüber hab ich schon geschrieben, auch mit ein paar Beispielen!

Geistheilung, die Weitergabe von Psychosen!

Das OVB schreibt über die Geistheilerin Frau Rehborn:
„Der Duft dieser Lichtwesen, wie sie sie bezeichnet, sei betörend. So dufte etwa die Mutter Maria nach Rosen, Jesus selbst nach Jasmin.“

….Sie stellt Kontakte zu Engeln her, indem sie sie „einfach ruft“. Die Kiefersfeldenerin, die im „richtigen Leben“ freiberufliche Projektleiterin in der Automobilindustrie ist, gerät über bestimmte Frequenzen – „Stellen Sie sich Radiowellen vor“ – in Verbindung mit der „Ebene des Lichts“, die die Engel beheimatet. Und so erscheinen sie ihr als fast drei Meter hohe Lichtsäulen, die in beeindruckenden Farben schillern und sich gerne den Menschen mitteilen. Oft sei es ein direktes Gerangel, wer von den erschienenen Engeln zu ihr „sprechen“ darf – „Live-Channel“ nennt man diese Mitteilungsform aus der geistigen Welt,…“

Was hier steht hat die exakten Merkmale einer ausgewachsenen Schizophrenen Psychose: http://de.wikipedia.org/wiki/Psychose
Symptome laut Wikipedia:
„Wahnvorstellungen, Halluzinationen (üblicherweise akustische Halluzinationen in Form von miteinander sprechenden, Befehle erteilenden, schimpfenden oder die Handlungen des Erkrankten kommentierenden Stimmen), seltener Körperhalluzinationen (die auch als „leibnahe“ oder zönästhetische Halluzinationen bezeichnet werden) oder Geschmacks-/Geruchshalluzinationen (olfaktorische Halluzinationen).“

Man findet dies alles bei Frau R. wieder. Die Geruchsvorstellungen, die Stimmen, die Körperhalluzinationen!
Wikipedia schreibt weiter:
„In rund 25 % bleibt es bei einer einmaligen psychotischen Episode. In allen anderen Fällen tendieren Psychosen ohne Behandlung zu einem phasischen Verlauf mit wiederkehrenden erneuten Ausbrüchen oder zur Entwicklung einer dauerhaften Störung.“
Anzunehmen ist das dies besonders dann passiert, wenn Leute nicht in ihrer psychotischen Störung behandelt werden,  sondern in ihrer Psychose noch durch sog. Geistheiler bestätigt werden.

Da liegt das ganze heutige Dilemma! Eine Szene die sich in Ihrem Wahn und in ihren geistigen Störungen nur noch gegenseitig verstärkt!
Wahrscheinlich wollte das OVB nur irgendeine nett-naive Weihnachtsgeschichte schreiben, irgendwas über Engel?
Dabei bietet es Leuten ein Forum, die Teile unserer Gesellschaft nachhaltig in den Wahn treiben!

Katastrophale Beispiele aus unserer Gegend

Schlimme Beispiele gibt´s zu Hauf auch aus unserer Gegend.

Ich verweise hierzu auf Ansichten der Sekte „Ein Weg ins Licht“ aus Inzell, die offensichtlich schon Leute in den Tod getrieben haben.

Ich verweise auf einen Bert Hellinger aus Bad Reichenhall, der Anhängern erklärt dem Tod zugewandt zu sein, nach dessen Events sich schon Leute umgebracht haben.

Ich verweise auf die Sekteninfo NRW, die vor dem Rosenheimer Bruno-Gröning Kult warnt, weil durch diese Lehren Asthmatiker zu Toden gekommen sind.

Ich verweise auf die Rosenheimer Kryon-Chanelling-Anhänger, die minderjährige Mädchen zu Nahrungslosigkeit beraten,

.

Aufklärung passiert in der Regel nur überregional! Zum Beispiel im Bayerischen Rundfunk.

Der Bayerische Rundfunk hat 3 Tage vorher, am 21.12 eine Sendung mit dem Namen
„Kontrovers – Wenn Esoterik abhängig macht“ ausgestrahlt,
die sehr gut erklärt, was da psychologisch vor sich geht.
Ich habe darüber geschrieben
, möchte das hier als Beispiel noch einmal mit anhängen.

Aufhänger dazu war eben diese Geschichte von der Sekte „Ein Weg ins Licht“ aus Inzell,
Jo Huessner hat dazu ein Buch geschrieben.
Alle namhaften Zeitungen und Zeitschriften haben Artikel dazu publiziert,
nur die beiden Tageszeitungen aus der Gegend haben nichts darüber in´s Netz gestellt.
Jo Huessners Frau wurde in den Selbstmord getrieben.
Es scheint, das unserer Gegend so etwas wie ein „Internet-Gewissen“ fehlt,
statt dessen regionale Informationen oft nur aus modifizierter Werbung bestehen!

Herr Bresink aus Inzell, ehemaliger Unternehmensberater,
„reinkarnierter Jesus“ und Channeling-Medium
hatte seine Anhänger in einer Art und Weise manipuliert,
wie man es in einer aufgeklärten Gesellschaft bis vor ein paar Jahren kaum möglich gehalten hätte!
Der Spiegel zum Beispiel erzählt von einem Sektenmitglied,
dem dort suggeriert wurde in einem früheren Leben ein römischer Soldat gewesen zu sein.
Eben der Soldat, der  Jesus am Kreuz den Speer in den Körper gerammt hatte (ab Minute 4:10).
Das dieses Mitglied nun dem selbsternannten Jesus psychologisch komplett ausgeliefert ist,
kann sich jeder vorstellen.

Axel Segers, Beauftragter für Sekten und Weltanschauungsfragen beim Erzbischöflichen Ordinariat München erklärt im Video in Kürze die psycholgischen Strukturen:

„Das problematische ist die Eigendynamik, die in den esoterischen Produkten entsteht.
Das heißt da gibt es etwas was mich interessiert“

Viele Menschen fühlen sich von den scheinbar „ganzheitlichen“ Methoden angezogen,
merken oft lange nicht wie sie in eine Parallelwelt abrutschen. Zweifel werden weggewischt.

Wenn ich über einen langen Zeitraum etwas gemacht habe und keinen Erfolg hatte,
wenn ich viel Geld ausgegeben habe und nachher trotzdem keinen Erfolg habe,
dann fällt es wieder auf mich zurück.
Dann heißt es „Da hast Du nicht richtig die Methode angewandt“, „Du hast nicht richtig gedacht“. Ich sag´s mal deutlich: die Arschkarte behält man immer selbst. Das ist das perfide am ganzen System“.

Wie diese Manipulation in Familien hineingeht wird am Beispiel der Familie B. dargestellt:

Sie befreundeten sich mit einer Frau, die ihnen irgendwann ihre Hilfe bei Erziehungs- und Eheproblemen anbot.
Sie stehe in einem höheren Bewusstsein und könne die versteckten Probleme der Familie erkennen.
Die Beraterin vereinnahmt die Familie immer mehr, spielt Sylvia B. gegen ihren Ehemann aus
und redet ihr ein er wolle ihre geistige Entwicklung behindern, sei labil.
Auch die zweijährigen Zwillinge bleiben nicht verschont, sie müssen jeden Abend geduscht werden,
um die Aura zu reinigen.

(Der Vater erzählt:) „Nachher haben die Kinder geschrien, die waren völlig geschockt wenn´s ins Bad ging.
Als ich da mit drin steckte hab ich mir fast auf die Schultern geklopft das  – obwohl mein Sohn geweint und getobt hat –
ich ihn in die Dusche ´rein gestellt habe.
Aber wir waren so auf dem Trip , ich weiß nicht was wir noch gemacht hätten mit diesen Kindern, wenn´s uns befohlen worden wäre!
Wie auch immer, und das ist ein Scheißgefühl!“

Und schließlich geht es dann auch um sehr viel Geld, der Beratungssatz wird von 100 auf 500 EURO pro Stunde erhöht…

(die Mutter erzählt:) „Bar zahlen, um auch zu spüren was das bedeutet dieses Geld zu geben.
Wir sollten es mit einem Lächeln tun. Geld ist Liebe und wir sollten uns auch soviel wert sein.“

Nach 5 Wochen schaffen sie den Absprung.
Gerade noch rechtzeitig, denn Sylvia B war zwischenzeitlich mit ihren Kindern schon ausgezogen.
Heute können sie sich kaum erklären, wie sie so schnell von dieser Frau abhängig werden konnten.

Für´s neue Jahr!

Ich würde mir wünschen dass die regionalen Medien mehr ihre Aufgabe wahrnehmen, regional zu bilden und regional kritisch zu sein!
Redaktionen,  die recherchieren, sich Know-How aneignen! … und die wissen was eigentlich in ihrem Umfeld alles passiert!
Der Blick in den Chiemgau ist von überregionalen Medien viel kritischer als vor Ort! Das sollte unseren regionalen Zeitungsmachern zu denken geben!

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Über jemseneier

Chiemgauer

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