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Bilder aus dem Chiemgau, Einfach nur Regional

Acutus und Amanda vor 1900 Jahren – Der Stoff aus dem Romane sind


(Achtung keine Skeptiker-Artikel, nur ein Stück Regionalgeschichte)

Es ist der Stoff aus dem Historienromane gemacht sind.
Die Geschichte eines Pärchens in der Römerzeit am Chiemsee,
das es gemeinsam von der Sklaverei zu Wohlstand und Anerkennung gebracht hat.
So könnte man sich das zumindest vorstellen.

Acutus und Amanda

Von Acutus und Amanda gibt es nur wenige Aufzeichnungen, nur einen sehr kuriosen römischen Grabstein,
der als Kopie heute wieder in Staudach einen neuen Platz gefunden hat.
Leider wurde das Original im Zweiten Weltkrieg zerstört, jedoch gab es einige Fotos und bemaßte Zeichnungen,
um ihn  mit Originalwerkzeug wieder nachempfinden zu können.
Der Stein wurde ursprünglich 1808 im Mauerwerk der Egerndacher Kirche gefunden und freigelegt.

Absolut untypisch für solche Grabsteine war, daß hier zwei Personen dargestellt sind, ein Ehepaar!
Normal hatten die Römer in solchen Steinen ja ihrem Ego freien Lauf gelassen,
hier aber steht etwas ganz anderes im Vordergrund:
Die Gemeinschaft, oder vielleicht auch ein wenig hypothetisch:
Tiefe Zuneigung, Vertrauen, Zusammenhalt, Liebe?

Die Inschrift:

Vivi Fecerunt          (Zu Lebzeiten haben (den Stein) gesetzt
ACVTUVS Lucii          (Acutus, des Lucius)
MARLi NOBILis          (Marius  Nobilis)
Libertus ET AMANDA          (Freigelassener, und Amanda,)
PAMATAE LIBerta          (der Pameta Freigelassene)

Er, Acutus wurde also von seinen ehemaligen Besitzern, der altitalienischen Familie Marii freigelassen.
Sie, Amanda hatte hingegen wohl eine keltische Patronin, die Pameta (keltischer Name).

Auch die Darstellung der Beiden läßt auf einen unterschiedlichen Ursprung schließen:
Acutus in römischer Haartracht und mit Bartlosigkeit eher der Römer,
seine Frau Amanda hingegen in keltischer Landestracht,
mit großen Salzburger Fibeln an den Schultern, die schwere Stoffe tragen konnten.
Eigentlich ein recht ungleiches Paar, dass sich hier gefunden hat,
dass trotzdem ein ganz starkes Zusammengehörigkeitsgefühl gehabt haben musste.

Der Grabstein ist ursprünglich aus dem späten ersten oder frühen zweiten Jahrundert nach Christus.
Heute hat er dieses schöne Plätzchen in Staudach gefunden, an dem ich sehr gerne vorbei fahre,
nicht ohne jedesmal kurz an Amanda und Acutus zu denken.

Wir wissen nicht, was Amanda und Acutus wirklich gedacht haben, wie sie wirklich waren,
was sie erlebt haben, wie sie zusammengekommen sind.
Was wir sehen ist ein Paar, das für die Zeit offensichtlich viel gemeinsam geschafft hat:
Hinaus aus der Sklaverei, eine innige Beziehung bis zum Ableben, vielleicht die Überwindung einer unterschiedlichen Herkunft.
Ein Paar, das es durch diesen Zusammenhalt offensichtlich auch zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben muß.
Eigentlich genug Stoff für einen wundervollen Roman: Von dauerhafter Liebe und Zusammenhalt.
Da ließe sich eine schöne Geschichte herumspinnen.
Also falls das Ding nicht irgendwer mal schreiben möchte, muß ich es selber tun!

LG, Jemseneier

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Über jemseneier

Chiemgauer

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