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Homöopathie-Hochschule – Über Traunstein lacht die Republik!


„Über Traunstein lacht die Republik„,
schrieb ich auf Chiemgau24 in einem Kommentar zur „Hochschule“ für Homöopathie.

Daß sie das tut,
daß man in aufgeklärten Kreisen eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann,
zeigen die kürzlich in den großen Tageszeitungen, der Welt und der Zeit erschienenen Artikel,
in denen im Zentrum die Traunsteiner Esoterik-Schule steht.

Die Welt schreibt z.B.:

Homöopathie ist der Glaube daran, dass Stoffe durch Verdünnung mit Wasser immer wirksamer würden,
wenn man das Wasser auf die richtige Weise schüttelt.
Am wirksamsten sei das Wasser, wenn es gar nichts mehr vom ursprünglich beigemischten Stoff enthält.
Dies kann man in Traunstein künftig studieren und erhält dafür einen akademischen Abschluss.

Die Zeit schreibt dazu:

Es wirkt wie ein Schildbürgerstreich:
Was die Wissenschaft als wirkungsloses Therapieverfahren ad acta gelegt hat, blüht in der bayerischen Provinz wieder auf.
Unzählige Studien zeigen, dass homöopathische Mittel nicht besser helfen als ein Placebo.
Mit privatem Geld lässt sich um ein spekulatives Verfahren herum aber offenbar ohne großen Widerstand eine Hochschule bauen.
Wie kann das sein?

Wie kann das also sein?
Vielleicht indem man die eigene Unwissenheit als Meinungsfreiheit verkauft, wie´s Kreisratsmitglieder gemacht haben?

anstatt sich zu informieren.

So wie´s aussieht, wird´s nicht lange dauern, bis auch der Spiegel, oder das Fernsehen vor der Tür von Landrat Steinmassl steht?
…oder auch bei den Mitgliedern des Kreisrates
(z.B. bei Lothar Seissinger, Sepp Konhäuser, Karl Kaditzki, Waltraud Wiesholer-Niederlöhner),
die diese Esoterik-Hochschule (auch genannt Hogwarts an der Traun) einstimmig durchgewunken haben .
Wird sicher noch ein paar peinliche Momente geben,
wenn da einfach mal wieder nachfragt wird, welches Lila-Einhorn unsere gewählten Volksvertreter da geritten hat?!

Vielleicht schauen sich die großen Zeitungen auch noch mal die regionale Presse an,
das Traunsteiner Tagblatt, das Oberbayerische Volksblatt mit ihrem Internet-Portal Chiemgau24, oder die Wochenblatt-Redaktion,
die oft leider ziemlich unkritisch solchen Dingen immer wieder Raum geben.
Dabei ihren Auftrag kritisch zu informieren und zu bilden(?) in keiner Weise wahrnehmen.

Sorry Leute, tud mir Leid, liebe Traunsteiner, die Republik lacht euch in der Tat aus.
Also mir ist das echt peinlich!
Eigentlich schäme ich mich sogar für solche Politiker und für eine solche Regionalpresse!

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Über jemseneier

Chiemgauer

Diskussionen

18 Gedanken zu “Homöopathie-Hochschule – Über Traunstein lacht die Republik!

  1. > Eigentlich schäme ich mich sogar für solche Politiker und für eine solche Regionalpresse!

    Diesem Satz schließe ich mich uneingeschränkt an!

    Gruß
    Sarkastiker

    Verfasst von Sarkastiker | Oktober 6, 2012, 8:47 pm
  2. hey Sarkastiker, wir treffen uns mal auf ein Bier!

    Verfasst von jemseneier | Oktober 7, 2012, 7:14 pm
  3. Na mal schauen wer zuletzt lacht. Es ist schon bedauernswert wenn derart renomierte Presse sich derart deplaziert indem sie Aussagen über Dinge trifft die sie nicht mal im Ansatz verstanden hat. Verschütteln ist nicht verdünnen. Das zu verstehen ist wohl nicht so einfach wenn man mit derart eingeschränkten Blickwinkeln versehen ist. Vielleicht ist man in etlichen Jahren so weit das zu erkennen was einige schon heute erfahren. Langfristig ist die Wahrheit nicht aufzuhalten, auch von denen nicht die begründete Ängste davor haben.

    Verfasst von Andreas | Oktober 7, 2012, 8:42 pm
  4. Verschütteln ist Verdünnen! Wann werden Homöoesoteriker endlich begreifen, das Wassercluster keine Information speichern, einfach weil solche Strukturen innerhalb von Femtosekunden aufbrechen und neuformieren… Geschweige denn wie die Information hineingeschrieben wird, ausgelesen wird… Kein einziger dieser Punkt ist einigermaßen erklärt. Muß es auch nicht, weil die Statistik sowieso aussagt, das wir es hier mit Märchen zu tun haben. Und im Märchenland muß man nichts beweisen, da macht die gute Fee einfach hex-hex, und schon ist´s wieder gut.

    Verfasst von jemseneier | Oktober 7, 2012, 9:55 pm
  5. Nicht, dass jemand noch das traunsteiner Trinkwasser auf homöopathischer Weise vergiftet, in dem er keinen einzigen Tropfen Gift in den Chiemsee kippt.

    Verfasst von Pfeffermatz | Oktober 7, 2012, 10:40 pm
  6. Lieber Andreas,
    ich hab zwar (wie offensichtlich auch Du) keine Ahnung von Physik, aber bei Google (www.google.de – solltest auch Du trotz Deines Status als Wissenschaftler bedienen können) findet sich eine Erklärung für Dein Wasserphänomen das auch jemand versteht der sich bereits nach der zweiten Lesung zum Thema Thermodynamik intellektuell verabschiedet hat: http://www.welt.de/print-welt/article191544/Unterkuehlung-Reines-Wasser-bleibt-bis-minus-70-Grad-Celsius-fluessig.html
    Deine geschwurbelte Kritik an Simulationsberechnungen in verschiedensten Bereichen mag die Schwächen dieser Programme andeuten, aber wo ist der Bezug zu ‚Heilverfahren‘ die nur den Wirkungsgrad von Placebos erreichen?
    Den beleidigten Kopf in den Sand stecken doch vielmehr die Quacksalber aller esoterischen Fachrichtungen wenn eine nach wissenschaftlichem Standard überprüfbare Untersuchung ihrer ‚Heilerfolge‘ gefordert wird.

    btw. Wenn Du nächstes mal ein Beispiel für ein bisher nicht abschließend erklärtes physikalisches Phänomen suchst nimm besser den Mpemba-Effekt.

    Gruß
    Sarkastiker

    Verfasst von Sarkastiker | Oktober 8, 2012, 8:57 pm
    • Ist das alles was Du auf meinen Beitrag zu antworten hast? Steht in dem von Dir zitierten Artikel eine Antwort auf das was ich an Argumenten gebracht habe? Kannst Du nichts anderes als mit Polemik und perönlichen Angriffen zu antworten? Simulation wird betrieben weil man die benötigten Ergebnisse nicht berechnen kann, das hat nichts mit der Schwäche der Programme zu tun. Wenn dem so wäre würde unsere Firma sofort jede Entwicklung einstellen, denn dann könnten wir genau berechnen wie die Schaltungen auszusehen haben. Du hast Dich nicht mit einem einzigen Punkt meiner Ausführungen auseinandergesetzt. Wenn das Deine Auffassung von Wissenschaft ist, immer wieder die gleichen, beliebig vereinfachten Argumente gebetsmühlenartig herunter zu leiern (und das nur in Form von Kopien aus dem Internet) macht es wenig Sinn seine Zeit dafür zu ver(sch)wenden. Lies Dir bitte mal den folgenden Absatz aus dem von Dir beigebrachten Artikel durch und überlege dann (bitte mit eigenen Gedanken) warum ich solche Erklärungen nicht akzeptieren kann.

      >>Bei ganz reinem Wasser, das vollkommen erschütterungsfrei und ganz langsam abgekühlt wird, läßt sich durchaus eine Unterkühlungstemperatur von minus 70 Grad Celsius erreichen. Es ist eine Partyfrage, ob Wasser schneller – also schon bei einer höheren Temperatur – gefriert, wenn man es vorher abgekocht hat. Das ist in der Tat so, und der Grund dafür ist, daß sich beim vorherigen Kochen winzigste Wasserbläschen in der Flüssigkeit einlagern, die anschließend als Kristallisationskeime wirken können.<<

      Beachte spezielle die Aussagen:
      vollkommen erschütterungsfrei
      langsam abgekühlt
      friert bei höherer Temperatur wenn man es abkocht
      winzigste "Wasserbläschen" in der Flüssigkeit eingelagert die als Kristallisationskeime wirken (können).

      Sorry, aber bei derartigen Aussagen dreht sich meine Magengrube um die eigene Achse, noch dazu wenn damit etwas widerlegt werden soll was gar nicht verstanden werden möchte (darin kann ich genauso gut eine Bestätigung meiner Annahmen heraus lesen). Ich wiederhole mich noch einmal, dann lasse ich es. Wer so Wissenschaft betreibt, indem er die Gegebenheiten auf einfachste Strukturen reduziert und anhand idealistischer Bedingungen Beweise für eine reale Welt liefern möchte sollte intensiv überdenken was Wissenschaft wirklich sein möchte bzw. sollte. Ernsthafte Wissenschaftler wissen längst, dass die Gleichmacherei bzw. Reduzierung auf elementare Strukturen des Forschungsgegenstandes nichts mit wahrer Forschung zu tun hat und nur aus dem Grund passiert, weil man die Komplexität der realen Welt sonst nicht verrechnen könnte. Ansonsten könnte man nämlich jede Forschung sofort einstellen, man wüsste ja bereits alles. Genau aus diesem Grund simuliert man Aufgaben die für die reale! Welt passend sein sollen.

      Wer wirklich glaubt jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze wäre derart identisch aufgebaut, dass man sämtliche Randbedingungen außen vor lassen kann, der wird selbstredend mit dem Zwei Mal Nicht Hinsehen Wollen Test glücklich werden und niemals die echten Wahrheiten erkennen. In derartigen Gedankenstrukturen hat der Test seine Gültigkeit und liefert auch Erfolgsergebnisse. Leider wird dadurch verschleiert (und da wirkst Du daran mit), dass es erheblich bessere Ergebnisse geben könnte wenn man das Individuum betrachtet und nicht den Einheitsbrei.

      Verfasst von Andreas | Oktober 9, 2012, 8:43 am
  7. >Ist das alles was Du auf meinen Beitrag zu antworten hast?
    Die Antwort war schon zu viel. Du hast einen physikalischen Effekt beschrieben für den es keine Erklärung gibt die wissenschaftlichen Standards genügen würde.
    Schön,aber was hat das jetzt mit den Hahnemannschen Zaubertinkturen zu tun deren heilender Effekt nicht besser als der von Placebos ist?

    Verfasst von Sarkastiker | Oktober 9, 2012, 4:59 pm
    • Das muss ich Dir jetzt nicht wirklich schreiben, oder? Man ist nicht in der Lage eine Erklärung für dieses Phänomen zu liefern die den wissenschaftlichen Standards genügen, aber man ist in der Lage zu behaupten, dass die homöopathische Verschüttelung, bei der die verschüttelte Substanz (ja nach Vorschrift) mehrfach schockartig gegen einen Widerstand geschlagen wird keine Auswirkung hat als die einer Verdünnung? Das bringt mich jetzt zum schmunzeln. Ich dachte den Bogen den ich versucht habe zu spannen war klar erkennbar. Aber ok, nachdem Dir die Antwort schon zu viel war und hier nur mit HexHex und Zaubertinktur polemisiert wird, beende ich hier auch meinen aussichtslosen Versuch etwas für die eigene Urteilsfähigkeit zu unternehmen.

      Verfasst von Andreas | Oktober 9, 2012, 7:47 pm
  8. >hey Sarkastiker, wir treffen uns mal auf ein Bier!

    JAAA – aber keinesfalls geschütteltes oder schockgefrorenes oder verdünntes!

    Verfasst von Sarkastiker | Oktober 10, 2012, 4:27 pm
  9. Immerhin schafft es Steinmaßl zu satirischen Weihen >> http://www.esoulk.de/images/stories/traunsteiner_steinmal.png

    Verfasst von BSR | Januar 9, 2013, 6:12 pm

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