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Doppeldenk

Das materialistische Weltbild


…tja, das wird ja immer so vorgeworfen!
Wer nur akzeptiert was belegbar ist ist ein Materialist!
Wer dagegen etwas konsumiert was nicht belegbar ist, ist keiner… ?
Jedenfalls ist der dann ein Konsumist!
Und der Verkäufer, der ihm den Schmarrn verkauft ist sowieso der Materialist schlechthin:
Kriegt der schließlich Kohle ohne einen echten Gegenwert zu liefern!

Ich nähe gerade!
Hab schon eine Jacke repariert, da ist die Naht aufgegangen.
Jetzt hab ich noch eine kurze Hose und ein Hemd. Beide an einer kleinen Stelle ausgerissen.
Und irgendwie kommt man so zum überlegen:
Ist so eine geflickte Jacke nicht viel mehr wert als was konsumiertes neues?
Einfach weil man da Zeit investiert hat
und sich sogar die neue Naht gerne ansieht,
auch wenn´s nicht ganz zum Alten passt?
(eigentlich müßte man voller Stolz der neuen Naht eine schöne Farbe geben!)

Ist es nicht heute so einfach geworden, Sachen einfach auszutauschen und zu ersetzen?
Neu zu konsumieren, anstatt sich ein wenig damit zu beschäftigen, verstehen und reparieren zu lernen?

Mir waren die Leute immer lieber, die „reparieren“ können,
eben diese Materialisten, die sich mit dem Material auskennen!
ganz einfach weil die oft den Wert hinter der Sache erkannt haben!
Weil diese Leute kapiert haben wie etwas funktioniert!
Und sich nicht mit Erklärungen zufrieden geben, a la „das Schicksal wollte es so“, und die Sterne!
Leute die sich eben nicht mit hahnebüchenen Begründungen begnügen!
Leute die statt diesem spirituell esoterischen verordneten Staunen und scheinbaren Offenbarungserlebnissen
selbst versuchen zu verstehen wie etwas ineinander greift!
Die nichts aufgeben was man noch reparieren kann!
Diese ganzen vielen kleinen Zahnrädchen,
die ganzen Mechanismen die mit dran hängen.

Diese Leute halten das nicht nur mit ihren Jacken so,
sondern auch mit Ihren Bekannten und Freunden!
Sie versuchen zu verstehen und das ist schön. So ein Materialist bin ich gerne!
Liebe Grüße an die Reparierer! An die echten Materialisten!
Gibt viel zu wenige von Euch!

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Über jemseneier

Chiemgauer

Diskussionen

4 Gedanken zu “Das materialistische Weltbild

  1. Grüsse mal zurück, unbekannterweise. So von Reparierer zu Reparierer.

    Gibt ja übrigens auch solche, die alte Dinge aufheben, um sie zu bewahren, einfach weil sie nicht mehr hergestellt werden und das Wissen über sie, über ihre Funktionsprinzipien, ihre Reife mehr und mehr verlorengeht. Ein Rechenstab beispielsweise ist ein geniales Ding, aber heute weiss kaum noch jemand damit umzugehen.

    Verfasst von T.M. | Oktober 22, 2012, 7:09 am
    • Grüße zurück,
      mein erstes Museumsprojekt hatte ich mit 16. War eine ehemalige Schusterbude neben unserem Wohnhaus, das ich mit meiner Pfadigruppe ein wenig hergerichtet hatte. Eine Industrie, die ab den 70ern kaum mehr vorhanden war.
      Die moderne Technologie hat manchmal das Problem, das man nicht mehr sieht, wie was funktioniert: Miniaturisierung, zu kompliziert etc. So ein Esoteriker ist eben auch ein Mensch, der genau deshalb an der Technik verzweifelt ist! – und nun nur noch mit Technik-Paranoia und Bambi-Syndrom (romantisch-naive Umweltvorstellung, wie in Disney-Filmen) auf die moderne Welt reagieren kann…

      Verfasst von jemseneier | Oktober 26, 2012, 12:56 pm
  2. Also meine Klamotten halten alle mithilfe schwacher Quantenmystischer Luftnähte.

    Verfasst von merdeister | Oktober 25, 2012, 7:34 am

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  1. Pingback: 10hoch23 – die homöopatische Überdosis in Traunstein… schön war´s :-) | Chiemgau Gemseneier - Mai 10, 2014

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