//
you're reading...
(Real)Satire

Wir fordern die Anerkennung der Bieropathie!


Uns reichts! Es kann nicht immer mit zweierlei Maß gemessen werden! A Maß is a Maß, und das sind immer 2 Halbe! Basta!

Bieropathie

 

Grundlage: Versorgungsstudien (Beispiel Homöopathie)

Derzeit wird bei den Homöopathen um sogenannte Versorgestudien diskutiert.
Im Prinzip funktioniert das so:
Neben der klassischen (echten) Medizin wird Patienten noch zusäztlich Homöopathika gegeben – und gleichzeitig ein bisschen über Alltagsbeschwerden gequatscht: ob man nachts viel schwitzt und lieber auf der rechten oder auf der linken Seite schläft. Was man für ein Sternzeichen hat, und wie man mit Streit und Stress umgeht. Über die Lebenssituation, was Einen so blockiert und ob man bei Mondschein gut schlafen kann. So hmmm… … so ein bissl küchenpsychologisch halt.

Der Kunde hat die Möglichkeit, auf dieser immer noch oberflächigen Ebene seine Probleme anzusprechen, und kriegt dann noch ein Placebo-Pillchen zusätzlich! Und am Schuß wird gefragt, wie´s gefallen hat. Natürlich ganz toll! Endlich jemand, der sich mal richtig Zeit nimmt, um sich nach meinem Schweißgeruch zu erkundigen!
Das ist das Prinzip einer homöopathischen Versorgungsstudie.

Tja, das ist ja schön und gut.  Aber das kann mein Barkeeper auch! Man ratscht ein bisschen in der Kneipe, über alles was einem so über die Leber fährt, bei einem gepfegten Glas Bier. Der Fachmann spricht hier von Bieropathie! Das Bier an der Bar hat nämlich einen ähnlichen psychologischen Effekt wie die Homöopathie! Leute erzählen von ihren Alltagsproblemen…
Es ist also nicht einzusehen, dass dieses Kneip(p)enbier nicht von der Krankenkasse bezahlt wird! Ganz analog den ungesunden Zucker-Globuli. Das sind zweierlei Maß, und das lassen wir uns nicht gefallen!

WIR FORDERN UNSER KNEIPENBIER AUF KRANKENSCHEIN! SO SCHAUT´S AUS!

 

Älter als TCM, von Bieropathen anerkannt…

  • Tatsächlich ist die Bieropathie über 5000 Jahre alt, und wurde nach momentanen Stand von den Chinesen erfunden. Es ist also älter als alle anderen Anwendungen des TCM, viel älter als Akupunktur beispielsweise.
  • in Deutschland wird nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut, also für Europa uraltes unverfälschtes Heilwissen. In vielen Fällen direkt aus Mönchsklostern!
  • Bieropathie ist unter uns Bieropathen absolut anerkannt (sog. Binnenkonsenz, wie ihn die Leute schon unter den Homöopathen kennen). Die Sinnhaftigkeit von Bieropathie kann deshalb auch nur durch Bieropathen überprüft werden.
  • Bieropathie ist ein rein bierologisches Produkt, dass komplett ohne Gene hergestellt wird.
  • Quantenverschränkungen sind regelmäßig und vielfältig in Kneipen zu beobachten. So sieht man bei Bierkonsum, dass Biertrinker plötzlich lauthals zu gleichen Meinungen tendieren –  meist wenn sie den passenden Sündenbock gefunden haben. Tatsächlich scheint sich dadurch automatisch eine Verbesserung aller Symptome einzustellen.
  • In manchen Fällen scheinen Bieropathen direkt in Schwingungen zu geraten. Aus der esoterischen „Medizin“ wissen wir, dass alles irgendwie Schwingung wäre. Im Gegensatz zur Homöopathie wird die Theorie bei der Bieropathie aber endlich einmal deutlich!
  • Noch nicht 100% überprüft ist das sogenannte „Schöntrinken“ von Kneipenbekanntschaften. Allerdings wäre das ein weiteres Forschungsgebiet, für das durchaus die Europäische Union Gelder zur Verfügung stellen sollte.

Die reine Lehre

Wir Bieropathen setzen uns dafür ein, dass die reine Lehre von 1516 nicht verfälscht wird! Ähnlich wie bei Hahnemann mit seiner Homöopathie sind wir darauf erpicht, dass das Bieropathikum nur nach dem traditionellen Ritual hergestellt werden darf. Nur so entfaltet es seine echte quantenphysikalische Wirkung.
Besonders jetzt im Jahr des  500-jährigen Bestehen dieses Reinheitsgebotes müssen wir darauf aufmerksam machen, dass alte Sachen besonders gut sind! … und dass nichts schlimmer ist als der Fortschritt!
Es ist ein Skandal, dass die Bieropathie in diesen 500 Jahren (ähnlich wie die Homöopathie in 200 Jahren) keine allgemeine Anerkennung ausserhalb der Bieropathen (bzw. Homöopathen) genossen hat. Das ist absolut übergärig! Hopfen und Malz verloren!

Natürlich müssen wir zusätzlich auch noch die reine Lehre gegenüber Weinopathen und Pizzaboten verteidigen.

 

Aktuelle Studien werden derzeit durchgeführt.

Derzeit werden in vielen Kneipen Deutschlands aktuelle Versorgungsstudien durchgeführt. Fallstudien und andere Anekdoten sind zuhauf vorhanden (ähnlich wie bei den Homöopathen). Außerdem gilt  das eigene Erleben als viel wichtiger (ähnlich wie bei den Homöopathen).
Erstverschlimmerungen in Form von Kopfschmerzen kommen gelegentlich vor, können aber als Zeichen gedeutet werden, dass der Patient auf dem rechten Weg ist.
Selbst der unter Homöopathen, Ufologen, Chanelling-Tanten, Reichsbürgern und anderen braunen Brüdern so beliebte Kopp-Verlag macht bereits auf die Heilkraft des Bieres aufmerksam. Dann muss es ja praktisch stimmen?

Fazit:

Abschließend ist festzustellen, dass es keinen Grund gibt, dass das Bier in der Bar nicht auf Krankenschein ausgegeben werden könnte! Dies haben Bierologen hinlänglich bewiesen. Wir fordern nicht mehr, als eine Gleichbehandlung mit der wesentlich jüngeren und weniger effektiven Homöopathie. Darauf stoßen wir an.

Advertisements

Über jemseneier

Chiemgauer

Diskussionen

6 Gedanken zu “Wir fordern die Anerkennung der Bieropathie!

  1. verdammt, bei so vielen fakten muss ich wohl auch mit dem biertrinken anfangen. Ab einem bestimmten Alter muss man schließlich auf seine Gesundheit achten. Ist Komplexbier eigentlich erlaubt,also mit Bananensaft zum Beispiels?

    Verfasst von Ariane | Mai 28, 2016, 11:51 pm
  2. Tapfer Ihr Kampf gegen Pseudowissenschaft. Ich fürchte jedoch, das Sie gegen die sprichwörtlichen Windmühlenflügel kämpfen. Die Menschheit will betrogen werden, ist mein Eindruck.

    Verfasst von Alois | Mai 29, 2016, 12:03 am
  3. Mittlerweile ist sogagr ein Wiki-Eintrag über Bieropathie aufgetaucht! http://www.stupidedia.org/stupi/Bieropathie

    Verfasst von jemseneier | Mai 30, 2016, 11:15 pm
  4. Ich will Hochprotenziertes, also ääh, hicks, also so was wie Hochpozentiges! Weil’s mir gut tut.

    Hochprozentige Hochpotenzen auf Rezept! Für alle! Jetzt!

    Wie ist der aktuelle Stand bei der Whiskyversorgungsforschung?

    Verfasst von Otto Re. | Mai 31, 2016, 1:34 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s