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Aussteiger, Uncategorized

Spirituelle Narzissten


Artemis von der Selbsthilfegruppe „Hilfe für Opfer von Narzissten“ hat mir einen Text aus ihrer gleichnamigen Facebookseite zur Verfügung gestellt. Sie streift damit ein zentralen Thema aus meinem Blog, daher greife ich das gerne auf. Über das Thema „Spiritualität“ und die ganzen Mechanismen dahinter habe ich schon geschrieben. Für mich führt das ja oft fast unausweichlich zu psychischen Missbrauch.
Meine Definition von Spiritualität ist auch mehr psychologisch als religiös: Es ist die Sehnsucht nach dem Aufgehen in etwas GroßemGanzen, bei gleichzeitiger Reduktion von Komplexität. Für Narzissten und Guru-Persönlichkeiten sind solche Sehnsüchte natürlich ein gefundenes Fressen. Zu dieser Suche gehört die Bereitschaft, einen Teil seiner Individualität auf zu geben, um der großen Sache zu dienen. Darauf können narzisstische Persönlichkeiten aufsetzen.
Wie das dann funktioniert, und was da passiert, das erklärt Artemis:

Spirituelle Narzissten sehen sich als eine Art Lehrer/Führer.
Sie führen ihre Schäfchen sektenartig zusammen indem sie andauerendes Love Bombing betreiben und halten sie hörig durch gespielte Empathie. 
Stützen sich dabei meist übertrieben auf religiöse oder mystische Lehren, versuchen selbst sich als eine Art Lichtbringer zu verkaufen.
Sie denken oft in starken Extremen (schwarz/weiß Denken, keine Graustufen) und reden ihrer Gemeinschaft ein etwas besseres, tolleres und einmaliges zu sein.
Wie alle anderen Narzissten werden sie oft erst erkannt, wenn ein Mitglied sich traut Kritik zu äußern oder mit den Methoden des Anführers nicht einverstanden ist.
Denn Kritik ist für Narzissten immer vernichtend. 
Durch ihr wankendes Selbstbild sind sie extrem kritikunfähig.
Dann zeigen sie schnell ihr wahres Gesicht, spielen das arme Opfer und hetzen ihre Sektenähnliche Gemeinschaft auf den kritisierenden. 
Kritische Stimmen innerhalb der Gemeinschaft werden schnell von selbigen Mitgliedern im Kollektiv zum Schweigen gebracht. 
So entsteht von außen ein Bild vollkommener Annahme und des Friedens.
Ähnlich wie bei einer narzisstischen Familie. 
Die Beweggründe von spirituellen Narzissten sind aber genau die gleichen wie bei allen anderen toxischen Personen – das streben nach Macht, das Abhängig machen und halten der Mitglieder, oft das finanzielle Ausnehmen der Mitglieder und der Machtmissbrauch an sich. Sie fühlen sich Allmächtig und unglaublich stark, weil ihre Gemeinschaft sie in allem bestätigt und feiert. 
Ja, fast schon als Gottgleiche Figur heiligt. 
Narzissten sind brauchende Menschen, die es lieben Aufmerksamkeit und Lob zu bekommen. 
In solch einer Gemeinschaft fühlen sie sich also pudelwohl. 
Deswegen sind gerade oft Sektenführer Menschen mit narzisstischen Anteilen. Denn sie weisen ein hohes Charisma und ein großes Wissen auf- gleichzeitig sind sie perfekte Verkäufer. 
Eine Mischung die überzeugt. Oft wird in Sekten unglaublich dämliches Zeug erzählt und von den Mitgliedern als Wahrheit geglaubt. Denn auch hier findet eine Art Stockholmsyndrom statt. Durch das ständige Love Bombing entsteht eine emotionale Abhängigkeit, die genau so schädlich wie in Beziehungen ist.
Man redet gerade in Sekten auch von Gehirnwäsche. 
Die Mitglieder sind irgendwann bereit wirklich alles zu glauben – solange es von ihrem spirituellen Führer erzählt wird. 
Oft denken Menschen ihr Glück in solch einer Gemeinschaft zu finden, denn sie müssen sich nicht mehr mit dem auseinander setzen, weswegen sie in die Gemeinschaft eintraten – und das ist oft ihr eigener Schmerz.
Sie sonnen sich im Antlitz des Sektenführers und gehen darin gänzlich auf. 
Aussteiger aus solchen Gemeinschaften gibt es zu Hauf – aber wie schwierig das ist kann man in vielen Berichten lesen.
Diese Menschen werden dann von Mitgliedern regelrecht verfolgt, diskreditiert, es werden Lügen über die Person verbreitet und ihr das Leben schwer gemacht. 
Denn wer nicht für die Gemeinschaft ist, ist der Feind. 
Auch ein großes Warnsignal, dass wir oft von narzisstischem Missbrauch kennen.
Akribisch wird versucht ganze Existenzen zu vernichten. 
Genau so wird mit Kritikern umgegangen, die versuchen die Machenschaften an die Öffentlichkeit zu bringen. 
(Es gibt unzählige Reportagen dazu)
Es geschieht sofort eine Täter Opfer Umkehr und schon sind die Kritiker die Bösen. Das resultiert aus dem Schwarz Weiß denken.
Toxische Personen kennen keine Grauzone. 
Du bist entweder Anhänger, oder das pure Böse. 
Alleine daran kann ein gesunder Menschenverstand schnell erkennen, was für ein Spiel gespielt wird. 
Um in schweren Situationen im Leben solchen Gemeinschaften oder selbsternannten Lichtwesen nicht zu verfallen, sollte man eine große Portion Selbstreflektion mitbringen und ein gesundes Maß an Misstrauen. 
Narzisstischer Missbrauch lässt sich tatsächlich auf alle Lebensbereiche anwenden. Familie, Job, Partnerschaften, Freunde und Hobbies.  

Wer mehr darüber wissen will, dem empfehle ich die folgende Links der Selbsthilfegruppe:

Homepage: https://hilfefueropfervonnarzissten.com

Youtube: https://m.youtube.com/channel/UCIiHEiKw7l8sTPi6jDq5mcA?view_as=subscriber

Facebook: https://m.facebook.com/groups/narzissmushilfe/

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Diskussionen

11 Gedanken zu “Spirituelle Narzissten

  1. Wer sich die Seite „Hilfe für Opfer von Narzissten“ von Artemis ansieht und das mit ihrer Aufführung (anderer Aphorismen diverser Autoren) vergleicht, erkennt unweigerlich das Artemis sich hief perfekt selber beschreibt

    Verfasst von Kenan Killiad | Dezember 27, 2018, 11:42 am
  2. Hab das im Netz entdeckt, die Sekte nennt sich Sacred Human und es passt super zum Thema:

    http://www.sacredhumankult.de

    Liebe Grüße
    Moni

    Verfasst von Moni | April 25, 2019, 9:24 am
  3. @Moni, zu „im Netz entdeckt“:
    Du verbreitest exakt seit dem Erscheinen des Reportes diesen Link ganz zielgerichtet möglichst großflächig im Internet. Unter Artikeln, welche oft (anders als hier) nur mit zwei zugedrückten Augen einen inhaltlichen Bezug erkennen lassen. Teils macht es den Eindruck, dass du den Artikel selbst gar nicht gelesen hast, dass es dir rein darum geht, einen Abladeplatz für den Link zu haben. Dein Kommentartext ist zumeist kurz, sich wiederholend floskelhaft, inhaltlich auf – wie ich finde – eher dümmliche Weise Betroffenheit vorgebend. Ich halte das für eine interessante Beobachtung, v.a. im Kontext dieses Themas. Kein narzisstischer Guru ohne solcherart „Gefolgschaft“. Kernfrage: Warum?!

    @ Artikel
    Den Artikel selbst halte ich übrigens für gut und treffend. Jegliche Aufklärung diese Mechanismen betreffend unterstütze ich ohne Abstriche. Diese erzeugen einfach zu viel Leid, halten Menschen in innerer Sklaverei.

    Welche oftmals eine freiwillige Selbstversklavung ist, das bitte ich zu beachten. So schwarzweiß – hier der böse Täter, da das arme Opfer – spielt sich Narzissmus selten. Verführung kann nämlich nur da wirken, wo sie auf Verführbarkeit trifft. Was aber macht uns verführbar? Genau: Narzisstische Bedürftigkeit.

    Würden Kultanhänger nicht auch – zumindest anfänglich und vordergründig – enorm von der Hingabe an einen narzisstischen Guru profitieren, würde dabei nicht auch ihr eigenes Ich eine enorm berauschende Inflation erfahren, sie wären dem Spuk nie verfallen. Jede narzisstische Beziehung ist daher zuerst eine Win/Win Situation…bis der Verehrende aufwacht und merkt, dass nicht er, sondern der Verehrte die Karten in der Hand hat.

    Doch anstatt sich zu freuen, dass er, im Gegensatz zum ehemals Angebeteten, nun die Heillosigkeit des Spiels durchschaut hat, anstatt den Schock des Erkennens von Sklaverei und Selbstversklavung dazu zu nutzen, das Gefängnis komplett und für immer zu verlassen, sich also wirklich zu befreien, zu emanzipieren….hält sich der Verführte nur allzu oft weiter in der Opfer-Identifikation. Verfestigt diese mit jedem Aussteiger-Bericht, jeder nun folgenden, missionarisch wirkenden Gegenagitation, jedem Narrativ, welches nur der eigenen Selbstentlastung dient. Getrieben von einem Racheeifer, welcher doch oft nur wieder der alte Sektenfanatismus im anderen Gewand ist.

    Wo sähe ich den wirklichen Ausweg? Darin, zu erkennen, dass man nie wirklich Opfer der Verführungkünste eines narzisstischen Guru war, sondern v.a. Opfer seiner eigenen Verführbarkeit. Dass man sein wahres Ich allzu verblendet seiner eigenen narzisstischen Bedürftigkeit geopfert hat. Dass man nicht unter Kultstrukturen, diesem typischem Amalgam aus Hysterie und Gruppenzwang *gelitten* hat, sondern dass man selber Kult, Hysterie und Gruppenzwang *war.* So, wie man nicht im Stau steht, sondern der Stau ist.

    All das Böse, das ist in mir! Welch schockierende, schamerzeugende Erkenntnis. Hier, und nur hier, beginnt wahre Freiheit, wahre Selbstverantwortung: Jeder, der mir in meinem Erwachsenen-Leben geschadet hat (und ich spreche hier von psychologischem, emotionalem Schaden, nicht von faktischer Gewalt), konnte das nur, weil ich es zugelassen habe. Zack, das sitzt. Dass mein Gegenüber vllt dennoch niederer Absicht war, ist dann für mich irrelevant: Not my business.

    Solch radikale Freiheit, wer will die schon, wer kann die schon ertragen?! Wer hält die Scham aus, sich wirklich vollständig selbst im Spiegel zu sehen, ohne schuldzuweisend auf die Person neben sich zu blicken? Und so dreht sich auch im neuen Aussteiger-Gewand das „Täter-Opfer-Rädchen“ weiter, und all die heroischen Aufklärer, sie merken nicht, wie sehr sie sich noch immer selbst von dessen Stachelkranz zermahlen lassen.

    Sehr interessantes Thema jedenfalls, mit äußerst vielen Perspektiven. Alles an seinem Platz bleibt es wahr, dient der Klarsicht und Befreiung. Auch so ein Aussteiger-Report natürlich, auch der von Moni verlinkte. Doch schon die geringste Schlagseite zieht ihn wieder zu, den Teufelskreis. Ach übrigens: Es sind oft selbst Narzissten, welche andere Menschen zwanghaft des Narzissmus verdächtigen. Interessant, oder?

    Verfasst von Barbara | Mai 5, 2019, 3:38 pm
  4. Warum wurde mein Kommentar gelöscht? Sind Seitenperspektiven zum Thema Narzissmus/Kulte hier nicht erwünscht? Warum nicht? Ist das Anliegen solcher Artikel denn gar nicht wirkliche Aufklärung, auch über möglicherweise eigene Anteile? Mit dem Ziel wirklicher Emanzipation und Befreiung? Welche *immer* nur über Selbstermächtigung zu erreichen ist?

    Verfasst von Barbara | Mai 14, 2019, 11:16 am
    • Hallo Barbara, du hattest mir eine Nachricht geschickt, mit der Bitte um ein paar Editierungen. Ich habe mich dann nicht mehr ausgekannt, und ich will das auch nicht. Löschen und neu schreiben ist in Ordnung. Und jetzt hoffe ich noch, das Ganze war keine Verwechslung. LG.

      Verfasst von jemseneier | Mai 14, 2019, 11:48 am
      • … ah, okay. Ja, ich hatte in meinem ersten (nie freigeschalteten!) Kommentar Vermutungen über die Person hinter „Moni“ vorgenommen, die ich nicht mehr halten konnte. Deshalb bat ich darum, diesen Absatz vor der Freischaltung zu entfernen. Dann jedoch habe ich mich, sehend, dass das wohl kompliziert wird, selbst für „löschen und neu schreiben“ entschieden und bereits einen ganz neuen Kommentar verfasst. Dieser stand nun ein paar Tage online. Ich jedenfalls hatte nichts dran auszusetzen. 😉 Wäre es möglich, diesen Kommentar (aufgeteilt in @Moni und @Artikel) wieder zu veröffentlichen? Das Gewusel hier, unsere jetzige Unterhaltung, könnte dann gerne weg. Sorry…. und danke!

        Verfasst von Barbara | Mai 14, 2019, 11:59 am
      • ich kann das heute abend mal probieren, nachschauen ob da noch etwas gespeichert ist.

        Verfasst von jemseneier | Mai 14, 2019, 12:06 pm
      • … das hat ja anscheinend nicht geklappt mit dem Vorkramen meines Kommentars. Vorschlag, machen wir’s so: Wenn diese Unterhaltung hier gelöscht ist, weiß ich Bescheid (dass der Kommi nicht mehr zu finden ist) und setze ihn ganz neu ein. Okay?

        Verfasst von Barbara | Mai 15, 2019, 12:11 pm
      • Ist wieder drin ;-)

        Verfasst von jemseneier | Mai 15, 2019, 12:28 pm
      • Hooray! 🙂 Und: Danke! Das hier – beginnend mit meiner Nachfrage – könnte dann meinetwegen alles weg. Kann aber auch zur allgemeinen Verwirrung stehen bleiben. 😉

        Verfasst von Barbara | Mai 15, 2019, 12:32 pm

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