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Einfach nur Regional

Nein zum Volksbegehren für Bienen und Artenschutz!


Im Vorfeld muss ich sagen dass ich durchaus schon Volksbegehren der ÖDP unterstützt habe. Zum Beispiel das für den Nichtraucherschutz. Diesmal nicht! Das „Volksbegehren Artenschutz – Rettet die Bienen“ nicht.

In diesem Fall sind so viele Fehlinformationen eingebaut, dass mich wundert dass das nicht auffällt? Ich weiß nicht, wieviel Leute die sich von so einem naiven Satz wie “Rettet die Bienen” haben einfangen lassen, ohne sich das wirklich durchzulesen? …Geschweige denn dass man das gegen checkt?

Als gröbstes Beispiel ist mir folgender Satz aufgestoßen: “Weg von Neo­ni­co­ti­no­iden und we­ni­ger Bayer/Mons­an­to „Pflan­zen­schutz“!”. Dem Leser wird hiermit suggeriert, dass Monsanto Neonicotinoide herstellt. Das sind Aussagen die JEDER ganz einfach im Internet überprüfen kann, als ganz persönlicher Faktenchek. Und was kommt raus? Offensichtlich tun die das nicht! Offensichtlich braucht man aber dieses Wort “Monsanto”, weil es für manche Leute der Inbegriff des Bösen darstellt, dadurch Menschen aktiviert. Der Name erhält dadurch beinahe religiöse Verklärung. Mit der Realität hat das nicht viel zu tun, man schreckt nicht vor Fake-News und Verschwörungsdenken zurück. So etwas macht man nicht!

Das Volksbegehren bestand bis vor kurzem aus einem 6-Punkte-Grundsatzprogramm (mittlerweile sind es 7… man modifiziert offensichtlich noch…), in dem man ein wenig die Absicht dahinter erklärt, zusätzlich zu einer Sammlung neuer Textpassagen die in die bayerische Naturschutzgesetz aufgenommen werden sollen.

Wirklich übereinstimmen tun diese beiden Teile überhaupt nicht, das ist eigentlich schon der erste Malus, den ich kritisiere. Im Gesetzestext ist beispielsweise von Pestiziden die Rede, im Programm von Neonicotinoiden. Manche Teile im Programm fehlen (zum Glück) im Gesetzesstext, dafür hat man sich nicht getraut andere Themen im Programm anzusprechen, die im möglichen Gesetzesstext stehen und sogar sinnvoll wären…

Was so im Gesetzestext gar nicht explizit vorkommt, sind die Bienen, obwohl es ja eigentlich den emotionalen Rahmen um das Volksbegehren vorgibt.

Ich werde mich der Kürze halber auf das Programm beziehen, das sind auch sicher die sechs Punkte, die die Meisten gelesen haben.

zu Punkt 1: Die Forderung von Biotopverbünden, Gefahr von Inzucht.

Im Prinzip ist das noch der einzige Punkt in den Forderungen im Programm, der komplett Sinn macht, wenn auch vielleicht nicht für die Honigbienen. Bienen-Drohnen auf Brautschau fliegen bis zu 5km weit, Bienenköniginnen haben also ein Gebiet von 10 km Durchmesser um sich ihre potentiellen Drohnen auszusuchen. Wildbienen sind sowieso viel weniger lokal orientiert und dürften sich daher noch leichter tun.

Anzumerken wäre ausserdem noch, dass nicht so gut verbundene Biotope eventuell auch ihre Vorteile haben. Was in dem Volksbegehren nämlich nicht erwähnt wird, ist die Gefahr von Neophyten und Neozoen, Organismen von außerhalb unseres Ökosystems, die massiv unserer Tier und Pflanzenwelt schaden, oft weil sie auf keine Fressfeinde treffen, weil sie heimische Arten verdrängen, weil Pflanzen keine Abwehrstrategien dagegen entwickelt haben. Naja, und dann gibt´s Imker, die solches Zeug auch noch heimlich anpflanzen…

Die Volksbegehrer bekommen aber auch noch richtigerWeise von einer ganz anderen Seite Gegenwind, von den Landwirten. Die Gründe sind vielfältig: Beispielsweise bestehende ausgehandelten Verträge zur Landschaftspflege, wahrscheinlich Verlust von Nutzland, sinkendes Einkommen durch eine nicht sinnvolle Umstellung auf Bio um das 3fache der heutigen Flächen. Wäre die Pflege und das Offenhalten weiterer Flächen Gesetz, würden hier Zahlungen der EU womöglich wegfallen?

Ich fände es in der Tat ehrlicher, Bauern würden für Landschaftspflege Geld bekommen, anstatt dass die alle ihr Heil in dieser nicht mehr ganz zeitgemäßen “Bio”-Industrie suchen. Dazu komme ich noch im Detail.

zu Punkt 2.: Es beschwert sich die ÖDP über die derzeitige Agrarökonomie.

Zwar möchte man nicht den Bauern die Schuld geben, meint aber dann doch dass die offenbar nichts Gescheites gelernt hätten…

Die Forderung, die sich daraus ergibt (die sich aber zum Glück nicht im Gesetzestext widerspiegelt) ist der Versuch des Eingriffes in die Freiheit der Lehre, und die ist als solche nicht hinnehmbar! Wir müssen uns heute vor Augen halten, dass den zugegeben finanzstarken Agrarmultis auch außerordentlich gut verdienende Konzerne im Ökobusiness entgegenstehen.  Seien das nun die Hersteller, oder Agenturen wie Greenpeace und andere. Die Hoffnung, dass diese Unternehmen aus der “Bioblase” wirklich rational über Ökologie nachdenken statt mit Panik Geld zu machen, hat sich leider längst zerschlagen. Man muss sich mal vorstellen, dass Unternehmen wie das Münchner Umweltinstitut immer noch Geld mit Mobilfunk-Paranoia machen, ein Thema das seit der Interphone-Studie von vor 8 Jahren eigentlich komplett abgefrühstückt ist. “Öko” ist schlicht ein Geschäft geworden, und auf die Vernunft wird oft gepfiffen.
Diesen beiden Machtzentren gegenüber steht nur die Freiheit der Lehre und Wissenschaft, und die lasst mal schön unangetastet, liebe ÖDP!

Noch absurder wird es ja, wenn man sich anschaut, wer denn da alles offizieller Partner des Volksbegehrens ist. Beispielsweise hier aus der Gegend die Firma “EM-Chiemgau”, eine Firma, die größtenteils Produkte herstellt, die ganz offensichtlich dem weiten Feld der Esoterik zuzuordnen sind, und diese an Landwirte und Verbraucher vertickt. Mit dieser Allianz unterstützt EM-Chiemgau nicht nur die ÖDP, sondern die ÖDP unterstützt damit auch ganz schlicht solche fragwürdigen Unternehmer! Ich weiß nicht ob ihnen das klar ist? ..und auf so einer Basis will man Landwirten erklären was sie zu tun haben… vollkommen absurd.

Zum Punkt 3: Information des Zustandberichtes der geforderten Änderungen.

Dazu läßt sich nicht viel sagen. Die Erhebung von Daten zum Umweltschutz ist notwendig, ein Zustandsbericht zu einem Volksbegehren das ich nicht unterstütze ist es nicht.

Zum Punkt 4. Thema Export-Orientierte Landwirtschaft, Artenrückgang und Schließen von Kleinbetrieben, 20 und 30% Biolandwirtschaft:

Ob die Bundesrepublik wirklich mehr Landwirtschaftsgüter ausführt als einkauft, wage ich zu bezweifeln. Alleine schon die Massen an Bioethanol, mit dem wir unser Benzin strecken, sprechen dagegen. Tatsache ist, dass wir in Deutschland heute einen so hohen Energiebedarf haben, wo wir noch überhaupt nicht wissen wie wir den ökologisch befriedigen wollen?
Da brauchen wir nicht so tun als wäre es genug und wir hätten sogar Exportüberschüsse.

Ob die Biolandwirtschaft wirklich mehr Artenvielfalt entstehen läßt, ist nicht gesagt. Tatsache ist, dass offengelassene oder gering bewirtschaftete Flächen dies tun. Das Problem ist, wie vor kurzem erst das Wissenschaftsmagazin “Nature” bestätigte, dass gerade der Ökolandbau durch seinen höheren Flächenverbrauch weniger ökologisch ist als andere Landwirtschaftsformen.

Natürlich ist der Flächenverbrauch nicht das einzigste Kriterium, aber doch eines was in der Branche der “Bio”-Fans komplett ausgespart wird.

Ferner wird erwartet, dass der Anteil an Biolandwirtschaft von 10 Prozent auf 30 Prozent gesteigert wird. Was dann passiert, wenn man in diesem Anfall von Planwirtschaft ein Angebot verdreifacht, bei gleichbleibender Nachfrage, dazu muss man sich nur ein klein wenig in die Volks- und Betriebswirtschaft hineindenken: Die erzielbaren Gewinne sinken, die Hersteller wird´s freuen, die können billig einkaufen. Die Landwirte, besonders die kleinen gehen dabei drauf!

Das Volksbegehren wird das Gegenteil davon erreichen was es verspricht!

Aber nicht nur das, Bioprodukte erweisen sich sogar als kontraproduktiv für den Artenschutz, weil sie weitere falsche Voraussetzungen schaffen. Da werde ich gleich weiter ausholen.

5. Man hätte gerne ein Verbot von Neonicotinoiden.

Das ist richtig, aber in großen Teilen längst passiert. Das Problem an Neonicotinoiden war und ist, dass sie wenig spezifisch wirken: sie wirken nicht nur gegen Schädlingsbefall sondern auch gegen Bienen und andere erwünschte Insekten. Das Problem ist aber, dass die Landwirtschaft (mit Ausnahme von Grünland und Milchwirtschaft) ohne aktive Schädlingsbekämpfung nicht auskommt,  da kann man noch so viel jammern und protestieren. Auch Biobauern verwenden deshalb Insektizide und andere Pestizide, und zwar keine harmlosen! Eigentlich ist das die ganz große Verbraucherlüge, so zu tun als wäre man frei davon.

Manche “Biopestizide” werden deshalb als solche gehandelt, weil man so tut als wären sie auch aus der Natur genommen. Die Probleme sind die gleichen, viele davon sind hoch krebserregend, auch für Menschen. Einige Substanzen mit denen man vor der Industrialisierung Insekten verjagte, verwendete man damals höher dosiert auch für Schwangerschaftsabbrüche (Polei-Minze, Mutterkraut …) Und dann gibt es Pestizide, die in der “ökologischen” Landwirtschaft schlicht als Stärkungsmittel verstanden werden. Beispielsweise Kaliumphosphonat (Gegen das teilweise-Verbot haben Biobauern protestiert) und das noch schlimmere Kupfersulphat, dessen “Reinwaschung” sogar noch auf den Esoteriker und Demetergründer Rudolf Steiner zurückgeht, der dem Mittel praktisch religiöse kosmische Kräfte zuorndete. Dass der Kupfer sich im Boden anreichert, komplett unspezifisch auf alles reagiert was da kreucht und fleucht, interessiert oft ebenso esoterische Konsumenten leider wenig. Auch nicht die ÖDP, nicht die Grünen und nicht Greenpeace oder andere, man gehört schließlich zur gleichen In-Group…

Das Volksbegehren mahnt “robuste Sorten” (statt Schädlingsbekämpfung) an.. Das ist richtig, nur dass die meisten Schädlinge tatsächlich Neophyten und Neozoen sind, d.h. sie sind erst vor kurzem eingewandert, durch den Welthandel oder den Tourismus. Unsere “robusten Sorten” haben schlicht gar keine Verteidigungsstrategie gegen diese Schädlinge. Die Lösung wäre die neue Zucht schädlingsresistender Lebewesen. Allerdings passiert heute Züchtung nicht mehr mit den gentechnikfreien Brutal-Methoden wie dem Aussetzen von Radioaktivität, um unkontrolliert Genveränderungen zu erreichen (Das ist das Zeug was teilweise in Biomärkten verkauft wird). Heute hat man viel genauere Methoden wie CRISPR/Cas, der neuen modernen Gentechnik.

Jetzt ist es aber leider so, dass sich alle “Bio”-Verbände gegen den Einsatz jeglicher Gentechnik aussprechen, was zur Folge hat dass WIR auch keine ökologisch notwendigen resistenten Sorten bekommen werden, um den Einsatz an Pestiziden zu reduzieren.

Wenn man diesen Bio-Verbänden dann noch 30 Prozent der Landwirtschaftsfläche als Beute in Aussicht stellt, geben wir ihnen eine Markmacht die verhindert dass wir jemals aus diesem Dilemma herauskommen! Wir werden auch weiterhin über den Einsatz von Pestiziden getäuscht, uns werden auch weiterhin  Lebensmittel mit Verschwörungstheorien verkauft, statt das Thema Ökologie wirklich ehrlich und naturwissenschaftlich anzugehen.

Auch die Varroa-Milbe, die haupt- und ursächlich für das Bienensterben verantwortlich ist, ist eine Neozoe. Andere Bienenrassen haben Strategien gegen diese Milbe und man könnte höchstwahrscheinlich diese Schutzmechanismen in unsere europäischen Sorten hineinkopieren.

Ein Punkt ist im möglichen Gesetzesstext enthalten, wird aber nicht kommuniziert.

… den ich aber für extrem wichtig empfinde, auch wenn er irgendwie so ein bisschen banal klingt. Er taugt auch nicht für große Feindbilder. Es ist das Thema der “Lichtverschmutzung”, viele werden das gar nicht kennen. Tatsache ist, das Licht für nachtaktive Individuen zur Falle wird, Biorhythmus und Fortpflanzung kommen durcheinander, Lampen werden zu Fallen für Nachtfalter und andere Insekten, Singvögel zerschellen an hellen Glasfassaden. Das Thema wird schlimmer, weil moderne Lampen so wenig Strom brauchen dass man viel weniger damit haushalten muss, und viele Leute hätten am liebsten auch nachts Parkanlagen taghell, steigert das doch ihr Sicherheitsgefühl. Ich glaube letzteres ist genau der Punkt, warum man es nicht kommuniziert…

Mein Fazit

Sicher ist es wünschenswert dass man viel für den Erhalt der Artenvielfalt macht, aber das was das Volksbegehren hierzu anbietet, ist absolut der falsche Weg. Die Förderung der Biobranche basierend auf der heutigen Ideologie kann es nicht leisten, es ist nicht sinnvoll das mit dem Artenschutz zu kombinieren.

Ein derartiges Maß an Planwirtschaft an den Wünschen der Verbraucher vorbei kann sich nur als ruinös für die Landwirte erweisen, die man eigentlich unterstützen wollte.

Die Ausweisung weiterer Flächen zur Lebensraumverbesserung sollte nicht per Gesetzessänderung erfolgen, nahe an der Teilenteignung, sondern nur im Konsens mit den Landwirten.

Für die Erhaltung unserer relativ kleinbäuerlichen Struktur wäre es sinnvoll, den Erhalt und die Pflege unserer Kulturlandschaft zu subventionieren, statt immer mehr Landwirte in eine heute mehr esoterische als ökologische Biobranche zu pressen.

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Hier angehängt das Programm des Volksbegehrens zum Nachlesen, Stand letzte Januarwoche 2019:

1.Das Pro­blem: Die ein­zel­nen, lo­ka­len Le­bens­räu­me (Bio­to­pe) sind nicht mehr ver­bun­den. Mensch­li­che Sied­lun­gen, Stra­ßen und leer­ge­räum­te Acker­land­schaf­ten schla­gen töd­li­che Schnei­sen, die für die meis­ten Arten un­über­brück­bar sind. In­zucht ist die Folge, die Tiere wer­den an­fäl­lig für Krank­hei­ten und ster­ben. Des­halb for­dern wir: Schafft zu­sam­men­hän­gen­de Le­bens­räu­me, sog. Bio­top­ver­bün­de.

2.Zu Un­recht wird der­zeit die Schuld ein­sei­tig auf die Bau­ern ge­scho­ben. Die ganze Agrar-För­de­rungs­po­li­tik und auch die Aus­bil­dung jun­ger Land­wir­te ist seit Jahr­zehn­ten falsch aus­ge­rich­tet. Statt das über­lie­fer­te bäu­er­li­che Wis­sen über Zu­sam­men­hän­ge ge­lehrt zu be­kom­men, ist die Aus­bil­dung auf Er­trag, Ef­fi­zi­enz und „Smart Far­ming“ aus­ge­rich­tet. Die jun­gen Bau­ern ler­nen zwar alles über die che­mi­sche und me­cha­ni­sier­te Land­wirt­schaft, aber sie ler­nen wenig über die Fol­gen und Zu­sam­men­hän­ge und auch die Ri­si­ken für Mensch und Natur. Das muss ge­än­dert wer­den, sonst hat die Ar­ten­viel­falt keine Chan­ce. Das for­dert auch die Bun­des­re­gie­rung (BNE).

3.Wir wol­len, dass die Bür­ger*innen Bay­erns dar­über in­for­miert wer­den ob die For­de­run­gen auch um­ge­setzt wer­den. Dafür ist der Land­tag zu­stän­dig, nicht die Me­di­en, die in der Regel Trans­pa­renz her­stel­len. Des­halb: Wir for­dern, dass der Land­tag jähr­li­che Sta­tus­be­rich­te über den Zu­stand der Arten und der Na­tur­schön­heit be­han­delt und ver­öf­fent­licht. So er­fah­ren wir jedes Jahr, wie es um das öko­lo­gi­sche Gleich­ge­wicht be­stellt ist. Nur so wird das neue Ge­setz auch um­ge­setzt und an­ge­wen­det.

4.Der Irr­weg der ex­port-ori­en­tier­ten Land­wirt­schaft führt zu einem dra­ma­ti­schen Ar­ten­rück­gang; gleich­zei­tig müs­sen viele land­wirt­schaft­li­che Klein­be­trie­be schlie­ßen. Die Fol­gen sind Agrar­wüs­ten, gift­hal­ti­ge Mo­no­kul­tu­ren und ein Ver­lust der Na­tur­schön­heit in un­se­rer bay­ri­schen Hei­mat. Der Ar­ten­schutz und die Un­ter­stüt­zung der bäu­er­li­chen Land­wirt­schaft sind eng mit­ein­an­der ge­kop­pelt. Beide Sei­ten – Natur und Bau­ern – müs­sen ge­win­nen. Allem voran müs­sen Land­wir­te fair be­zahlt wer­den, damit sie sich über­haupt noch um die Natur küm­mern kön­nen.
Der­zeit gibt es ca. 10% öko­lo­gisch be­wirt­schaf­te­te Flä­chen. Wir for­dern mind. 20% bis 2025. Au­ßer­dem muss der bay­ri­sche Staat als Vor­bild vor­an­ge­hen. Des­halb for­dern wir, dass alle staat­li­chen Agrar- und Forst­flä­chen um­ge­stellt wer­den, auf eine öko­lo­gi­sche Be­wirt­schaf­tung und nach­hal­ti­ge Nut­zung.

5.Min­des­tens 10% der Na­tur­flä­chen müs­sen in Blüh­wie­sen um­ge­wan­delt wer­den!
Aber, es blüht doch alles im Som­mer, oder? Ja, aber meis­tens blüht es nicht durch­ge­hend und oft sind es nicht die be­nö­tig­ten Fut­ter­quel­len. Bie­nen und an­de­re Be­stäu­ber sind aber auf Viel­falt und Durch­gän­gig­keit an­ge­wie­sen. Eine Raps­mo­no­kul­tur und zu satte Wie­sen, auf denen fast nur noch der Lö­wen­zahn blüht, sind kein ge­deck­ter Tisch. Durch zu frü­hes und häu­fi­ges Mähen ent­ste­hen für die In­sek­ten immer wie­der Hun­ger­pe­ri­oden. Zu­erst ver­hun­gern die In­sek­ten, dann die Vögel, weil ihre Haupt­nah­rung, die In­sek­ten, schon tot sind.

6.Weg von Neo­ni­co­ti­no­iden und we­ni­ger Bayer/Mons­an­to „Pflan­zen­schutz“!
Es ist längst kein Ge­heim­nis mehr, dass die che­mi­sche Land­wirt­schaft die Ar­ten­viel­falt rui­niert und gleich­zei­tig die Ge­sund­heit der Bau­ern ge­fähr­det. Das Tot­schlag­ar­gu­ment, dass die Er­näh­rungs­si­cher­heit mit Me­tho­den von ges­tern ge­fähr­det wird, ist eine Lüge. Per­ma­kul­tur, Öko­land­bau, ro­bus­te Saa­ten und ein ge­sun­der Boden brin­gen ge­nü­gend Er­trag für uns. Wir pro­du­zie­ren aber gi­gan­ti­sche Ex­port­men­gen und hier müs­sen wir uns ent­schei­den: Wol­len wir deut­sche Er­zeug­nis­se in China und Afri­ka zu Dum­ping-Prei­sen ver­kau­fen? Sind wir be­reit aus Pro­fit­grün­den und fehl­ge­steu­er­te Agrar­po­li­tik, Ar­ten­ster­ben, Bo­den­de­gra­die­rung und ni­trit­hal­ti­gem Trink­was­ser zu ak­zep­tie­ren? Das muss sich än­dern!

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02.02.19. Nachtrag: Ursprünglich stand hier „Verfassungsänderung“. Richtig ist, dass es sich vorerst um eine Gesetzesänderung handelt.

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