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(Real)Satire, Bilder aus dem Chiemgau, braucht koa Mensch!, Buchtipp

der bayerische Rundfunk über Lichtarbeiter und Rosenheimer Kryon-Sekte


ich muß noch einen Artikel nachreichen.

Der bayerische Rundfunk sendete vergangene Woche nicht nur die Sache mit der Para-Hochschule für Homöopathie,
sondern 2 Tage vorher ein weiteres Thema direkt aus dem Chiemgau!
Eines, das ähnlich brisant ist!

In „LaVita“ ging´s um „Das Geschäft mit der Esoterik“,
hauptsächlich über Licharbeiter und deren Sekten und Psychogruppen.
Sehr explizit auch um Kryon in Rosenheim
.

lavita-geschaeft-esoterik

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/programmkalender/sendung-477258.html

„Schon längst sind es keine vereinzelten Spinner und übrig gebliebenen Hippies mehr, die Geistheiler konsultieren, Lichtkosmetik anwenden oder via Channelings mit einem „höheren Wesen“ Kontakt aufnehmen. Und sie treffen sich auch nicht in kleinen, elitären Zirkeln oder weit weg irgendwo in Fernost. Nein, Esoterik findet heutzutage überall und ganz selbstverständlich statt: beim Frisör, beim Therapeuten oder neudeutsch „Coach“ – oder gleich im Yogazentrum um die Ecke. Durch die Hintertür des Wellness- und Selbstfindungs-Booms ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wo sie sich professioneller Geschäftsmodelle und moderner Marketingstrategien bedient. Zirka zwanzig bis fünfundzwanzig Milliarden Euro pro Jahr setzt die Branche allein in Deutschland um. Zum Vergleich: Die Bierindustrie in Deutschland macht jährlich einen Umsatz von neun Milliarden Euro. Manche Organisatoren verdienen mit Engelsfestivals an einem einzigen Wochenende bis zu eine halbe Million Euro. Das Verblüffende dabei: Von insgesamt ca 1.000 Gruppen, die es in Deutschland gibt, fallen 600 allein in den Münchner Raum. Wie funktionieren die psychologischen Mechanismen der esoterischen Angebote genau?“

Nachdem ich selber über enge Bekannte seit über 20 Jahren sehr tiefe Einblicke in die Branche habe,
weiß ich über welche Sehnsüchte und Denkfehler die Anhänger solcher Kulte eingewickelt und festgehalten werden.
Deshalb hab ich hier im Hintergrund ganz gut vermitteln können:
Mit einer Redakteurin vom bayerischen Rundfunk hatte ich stundenlang telefoniert,
sie hat uns sogar dann beim Skeptiker-Stammtisch in Salzburg besucht.

Ich freute mich auch über das Interview mit Johannes Fischler, den Kontakt durfte ich herstellen.
Johannes hat speziell ein Buch über Lichtarbeiter geschrieben, hauptsächlich auch über die Chiemgau-Region.
Im Chiemgau kann man heutzutage nurnoch wenige Meter gehen,
ohne über den geistigen Dünnpfiff irgendwelcher Engel-Raumschiffe-Channeling-Lichtarbeiter-Leute zu stolpern.

„Lovebombing“ nennt Johannes Fischler die Methode.

„Also eine Bombardement mit Licht und Liebe… Den Begriff kennt man normalerweise nur von Sekten.
Wenn Du zu einem Kult heutzutage hinzu kommst werden ale Menschen dort mit Dir irrsinnig nett sein,
jeder wird sich genau für Dich interessieren, Umarmungen und und und.
Dein Verstand dämmert weg, und wenn Du zu weit da drinnen bist,
ob Du nun willst oder nicht, kannst irgendwann dann gar nicht mehr weg.
Plötzlich bist du emotional an diese Gruppe gebunden.
Und dieses „Lovebombing“ sehen wir auch heute in der modernen Esoterik, übersetzt in diese kitschige Produktwelt:
Engel, Elfen, Einhörner-Figürchen. Alles liebäugelt mit den Kunden.
Der Kunde seinerseits verliebt sich in diese Produktwelt.

Wenn man sich auf den Liebestaumel einläßt…schwebt (man) durch die Welt wie durch Sonne, Mond und Sterne…
man fühlt sich ein wenig unverwundbar…
und man beginnt mit unter auch hemmungslos zu konsumieren.

Sehr gute Freunde von mir sind da immer tiefer hineingerutscht,
und es waren eigentlich Leute die zufrieden waren im Leben.
Und trotzdem passierts, das was so harmlos mit Yoga-Übungen und Meditationen begann,
dass das irgendwann immer bizarrer geworden ist.
Sie selbst haben jede Entscheidung im Leben nur mehr dann mit diesem magischen Pendel getätigt
und es es war fast unmöglich ihre Wohnung ohne diesen feinstofflichen Segen Marke „Erzengel Raffael“ zu verlassen.
Permanent wurde man von ihnen eingesprüht, energetisch geschützt.

Ich kann´s nur so formulieren:
In Rosenheim ist spirituell gesehen wirklich die Hölle los.
Das was ich dort erfahren mußte war teilweise so grauenhaft, daß ich wirklich hernach eine massive Krise gehabt habe.

Es kann doch nicht sein, daß es hier esoterische Millionenunternehmen gibt,
die ihr Geld auf Kosten der psychischen Gesundheit anderer Menschen scheffeln!
Und das noch dazu direkt vor unserer Haustüre und zudem fast ungeachtet jeder öffentlichen Diskussion!

Fehlende Diskussion und Omnipräsenz

Diesen Fehlen der Diskussion kann ich nur bestätigen.
Ich denke das kommt daher, weil´s sich praktisch immer hinter so einem pseudo-grünen pseudo-alternativ-Label versteckt hat.
Und wer ist schon gerne „anti-alternativ“…
Das Agieren von irgend welchen Lichtarbeiten -seien sie nun bei Kryon oder nicht- ist praktisch omnipresent.
Kurse dazu werden bei der VHS angeboten, oder auf der Homepage der Gemeinden und Städte bekannt gegeben.
(Weil ich gerade heute drüber gestolpert bin,
ein Beispiel aus der Gemeinde Grassau – von der offiziellen Gemeindeverwaltung)
Genauso wie es der Fall mit der Parahochschule in Traunstein ist, hat man von der politischen Seite derzeit noch kein Problem damit….
Würde es sich um Scientology handeln, die in weiten Teilen ganz ähnliche Überzeugungen vertreten wie diese „Lichtarbeiter“, wäre man womöglich nicht so offen?
Über Erklärungen, warum das ausgerechnet in diesem Landstrich so ausgeprägt ist,
kann man viel spekulieren.
Das habe ich bereits des Öfteren, auch in dem Artikel, den ich zu Johannes Fischlers Buch „NewCage-New cAge – Esoterik 2.0 – Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt” geschrieben habe.

Die Sehnsucht nach Liebe und Glücksseeligkeit als Geschäftsmodell

Im Beitrag werden Fälle beschrieben, wo Leute durch dieses „LoveBombing“, der Sehnsucht nach Liebe,
in Kombination mit einer riesen Bandbreite an Psychotricks zehntausende und hunderttausende an Euros verloren haben.

Die Technik dahinter, ähnlich wie bei Scientology:
Kostenpflichtige Kurse, ausgelegt in einem Stufensystem, das den Aufstieg in höhere Bewusstseinsstufen verspricht.
Der Verkauf von magischen Gegenständen, die dazu helfen sollen.
Eingefangen werden Leute die sich so etwas wie „Lebenstiefe“ versprechen und doch wieder beim billigen Konsum landen:

Johannes Fischler: „Hier werden Bilder verkauft von totaler Glücks-Seeligkeit und innerer Reinheit.
Wenn ich nach derartigen Idealbildern leben will, dann hab ich automatisch ein Problem!
Ich spüre zwar noch die Wut, die Angst , den Zweifel, aber sie sind nicht mehr ein Teil meiner selbst!
Ich spüre sie dann als sogenannte  „schlechte Energien“, haftend an Personen, Situationen und Dingen im Umfeld.
Und was machen die Menschen:
Das Umfeld wird immer mehr als noch feindlicher wahrgenommen,
sie ziehen sich immer mehr nach innen zurück
und schon beginnt dieses Geschäftsmodell *Schutzgeld für Schutzengel*.

Es wird energetisch gereinigt und geschützt, was die Geldtasche hergibt. …
Viele Menschen enden in einer Art „Energetischer Paranoia“,
sie haben Angst vor allen möglichen und unmöglichen Dingen.“

Angefixt

Angefixt werden diese Leute nach allem was ich in den letzten 20 Jahren erlebt habe über Heilversprechern von Heilpraktikern,
über Yoga-Kurse (gerne auch durch die VHS vermittelt) oder über die Coaching-Ecke.
In den allermeisten Fällen ist  in irgendeiner Weise auch wieder die Homöopathie beteiligt:
Denn wer dort die ganzen Theorien von Wassergedächtnis, Energieaufladen, Information, die Ignoranz von Materie und den Physikanalphabetismus für sich akzeptiert hat, ist schon mit einem Bein bei den Lichtarbeitern.
Viele bekannte Homöopathen schüttelten beispielsweise gerne in den letzten Jahren die Werbetrommel für die sogenannte Lichtnahrung!
Die Theorie, nachdem man sich ausschließlich von Licht und Sonne ernähren könne.
Einige Todesfälle gehen eindeutig auf diesen Blödsinn zurück.
…vertrieben werden entsprechende Schulungen auch wieder hauptsächlich über die einschlägigen Lichtarbeiter-Gruppen.

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/lavita/lavita-140.html

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Über jemseneier

Chiemgauer

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