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(Real)Satire, Doppeldenk, Wissenschaftstheorie und kritisches Denken

Das konsumistische Weltbild – die Esoterik


das schöne am materialistischen Weltbild ist ja, dass man sich in diesem mit dem Material auskennen muß:
wie etwas funktioniert, wie die vielen kleinen Rädchen ineinander greifen, dieses tiefe Verständnis für die Dinge.

Vielleicht war diese Einsicht früher einfacher:
da konnte man noch Geräten den Deckel abschrauben,
die einzelnen Bauteile erkennen und sich selbst erklären wie das geht!
So ein Plattenspieler zum Beispiel:
die drehende Platte, der Diamant der die Vibrationen aufnimmt, ein Elektromotor, ein Riemen, ein elektronisches Verstärkerelement, ein großer Lautsprecher…
Wer aber heute seinen MP3-Player oder sein Handy aufschraubt (so fern das überhaupt noch geht) wird gar nichts mehr davon wiedererkennen!
Die Technik ist so miniaturisiert und unfassbar geworden, daß sie von einer neumodischen Mystik nicht mehr unterschieden werden kann!

Kein Wunder, dass so mancher  Mensch vor ihr kapituliert,
sich im Prinzip nur noch die Vokabeln aus dieser Technik ausleiht,
und mit einem traditionell-spirituellen Wunschdenken verquickt:
da gibt´s dann Frequenzen, Informationsübertragungen, Energie, Quanten, Biophotonen, Tachionen, Wellen, Strahlen, Abschirmungen, Felder und so weiter…  ein sinnentleertes Vokabular!
(Oder glauben im ernst diese esoterisch-homöopathischen-antroposophen-Schwafler würden sich wirklich mit Quanten auskennen? … mit den Vokabeln, die sie tagtäglich in den Mund nehmen? Nein!!!)

Das konsumistische Weltbild ist die Antwort auf die Misere der Technologie-Unverständlichkeit!

Der „Konsumist“ versucht deshalb überhaupt nicht mehr, Sachen zu verstehen!
Die „Schachtel“ wird nicht mehr geöffnet!
Statt dessen werden Gegenstände oberflächlich mit mystischen Vorstellungen „energetisiert“:
Zucker (Globuli) soll Krankheiten heilen,
Engel verkaufen Sprays,
Biogemüse macht gesund,
Hologramme im Auto sparen Sprit,
farbige Aufleber („Kinesiotapes„) hülfen bei allerlei Beschwerden…
Leere Kisten „harmonisieren“ Räume, „schirmen“ Wasseradern „ab“…
„Aufgeladene“ Teile, von dem er sich „Heil“ verspricht:
Gesundheit, Erfüllung, Freunde, Glück, Harmonie, wer weiss was alles noch….
Das Material für sich hat keinen Wert, es wird zum „Konsumträger“.

glücksarmband

Der Konsumist ist somit nur noch in der Lage, die Dinge von seiner Oberfläche her zu betrachten! ( vergleichend, z.B. in Form von Analogien), ohne Verständnis für den Inhalt!
Statt Content gibts Manipulation, Phantasiewelten, gelegentlich die spirituelle Beschönigung von (hormonellen) Bedürfnissen:
Das Versprechen von Einfachheit, eine oberflächliche, spirituell verklärte Selbstbefriedigung.

 

Der Witz an der Sache ist, dass sich diese Leute, (nennen wir sie beim Namen: Esoteriker)
in dem Konsum dieser Dinge noch so etwas wie „Seelentiefe“ ausmachen! 
…obwohl sie sich damit ja eigentlich nur selber verarschen!
Das sich diese Leute in ihrer primitiven Konsumhaltung auch noch als „wissend“, „alternativ“ und  „auserwählt“ verstehen!

und besonders schlimm find ich´s, wenn sich so ein oberflächliches konsumistisches technologiefeindliches Weltbild an Schulen breit macht.

 

Es tut weh!!!

Als relativ rational und funktional denkender Mensch steht man dann daneben und kann sich nur noch den Kopf halten, bei soviel Realsatire…

Da bin ich doch lieber ein richtiger Materialist!
dann muß ich nicht oberflächlich „energetisieren“!
sondern schau lieber ein bisschen hinter die Dinge! …wie etwas funktioniert!

Wer die Dinge nicht mehr in seinen Funktionen versteht, so wie die Esoteriker, kann sie auch nicht mehr reparieren!
…. sondern nur noch konsumieren und hinterher wegwerfen.

 

 

 

 

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Das konsumistische Weltbild – die Esoterik

  1. Diese magischen Weltbilder lassen sich jetzt ja auch sehr schön bei der WM beobachten. Viele Spieler bekreuzigen sich, wenn sie auf’s Spielfeld laufen. Viele Torschützen senden als erstes nach dem Treffer ein Dankesgebet nach oben, bevor sie sich umarmen.
    Das entspricht einen infantilem Weltbild, wonach der der liebe Gott sich die entsprechenden WM-Übertragungen anschaut (wobei ich mal annehme, ER hat schon einen Flatscreen) und im entscheidendem Moment dem Stürmer göttlichen Beistand leistet, dem Torwart der gegnerischen Mannschaft komischerweise nicht. Gleichzeitig findet in Syrien Brügerkrieg statt, werden Menschen gefoltert, in Afrika Kinder entführt, …
    Auch Millionengehälter und -prämien schützen nicht vor Naivität.

    Verfasst von Alois | Juni 23, 2014, 10:38 pm

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  1. Pingback: „Die Auseinandersetzung zwischen Skeptikern und Esoterikern“ in Bayern 2 @ gwup | die skeptiker - Juni 23, 2014

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